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So kann’s gehen
Wieder ran an die Saar!

Von Uwe Reimann Von Uwe Reimann

Die einen schwören auf Taxifahrer, die anderen empfehlen Kneipen und Spelunken, in denen man eine Stadt kennenlernen kann.  Papperlappap, rein in die Sportschuhe und laufen. Laufen entlang der Saar und schon kann man als Saarbrückenneuling manches entdecken, was hier vielleicht gar nicht mehr auffällt. Warum haben sich die Saarbrücker eigentlich die Saar wegnehmen lassen? Bis zu neun asphaltierte Fahrspuren trennen den Schlossberg vom Wasser. Die A620, die Franz-Josef-Röder-Straße und, fast zynisch, die Saaruferstraße, spalten ein Areal, das doch zusammengehören sollte. Oder? Der ungehinderte Zugang zum Wasser, flanieren am Wochenende und der abendliche Lauf mit dem Hund entlang einer Uferpromenade wären doch was, oder? Auf der St.Johanner Seite klappt’s ja gut, aber wer über die alte Saarbrücke zum Schlossberg läuft, erlebt auf der anderen Seite die ultimative Produktenttäuschung. Da knattern Autos, Busse, Lkw und Kräder Seit an Seit mit der Saar. Wie also wieder ran an die Saar? In Düsseldorf gab’s dasselbe Problem bis Ende der 1980er-Jahre. Der Rhein, vier Fahrspuren Asphalt, daneben die Altstadt. So wie der Saarbrücker seine Saar wiederhaben sollte, holte sich der Düsseldorfer damals seinen Rhein wieder. 1993 war der Rheinufertunnel nach drei Jahren Bauzeit fertig. Zugegeben, das kostete eine halbe Milliarde, die liegt nicht gerade so rum. Aber damals übernahmen Land und Bund einen großen Teil.



Das Geld haben Länder und Städte heute noch weniger als damals, aber das wär’s doch. So wie der Düsseldorfer seinen Rhein wieder bekam, könnten die Saarbrücker bald wieder ganz nah auf Tuchfühlung mit der Saar gehen. Gastronomie am Ufer, lange Park- und Alleereihen machten Lust auf ein Leben am Wasser. Ja, stimmt, die Pläne, Diskussionen und Kostenrechnungen gibt’s hier ja seit langem. Geht nicht, zu teuer, haben viele gesagt. Stimmt bestimmt auch. Aber vielleicht muss mal einer kommen, der das nicht weiß. Der macht das dann einfach.