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Wie Tagesmütter in Corona-Zeiten arbeiten können

Regionalverband informiert : Wie Tagesmütter entschädigt werden können

In der Corona-Krise dürfen Tagesmütter und -väter unter bestimmten Voraussetzungen noch arbeiten. Aber wer zahlt, wenn das nicht geht?

Kindergärten und Kindertagesstätten sind geschlossen. Aber wie ist das eigentlich mit Tagesmüttern? „Tagespflegepersonen sind – anders als Kitas und Großtagespflegestellen – nicht von der derzeitigen Allgemeinverfügung zur Schließung der Kitas und Krippen erfasst“, sagt dazu der Regionalverband in einer Pressemitteilung. Tagesmütter und -väter arbeiten als Selbstständige, und die Kindertagespflege beruht auf einem zwischen den Eltern und der Tagespflegeperson geschlossenen Vertrag.

Wie aber ist es, wenn eine Tagesmutter krank wird oder gefährdet ist, wenn Eltern ihr Kind aus Angst nicht zu ihr schicken, wenn jemand in Quarantäne muss? Wer zahlt, was ist zu beachten? Zwischen den saarländischen Landkreisen und dem Regionalverband wurden nun einheitliche Regelungen für Tagesmütter und -Väter getroffen, die vorerst bis zum Ende der Osterferien gelten.

Bescheinigt der Hausarzt einer Tagespflegeperson oder deren Familienangehörigen die Zugehörigkeit zur Corona-Risikogruppe und wird die Tagespflegestelle daher vorübergehend geschlossen, stünde der Tagesmutter normalerweise die Fortzahlung des Entgeltes nicht zu. Hier wird ein teilweiser Ausfall aufgefangen, indem das Jugendamt eine Pauschale in Höhe von 75 Prozent des Pflegegeldes gewährt.

Eine Tagespflegeperson darf maximal fünf Kinder betreuen. Was aber, wenn sie nun ihre eigenen Kinder betreuen muss, weil deren Schule geschlossen ist? Dann sind diese auf die Kinderzahl fünf anzurechnen. Für die entgangene Platzbelegung gewährt das Jugendamt ebenfalls eine Pauschale in Höhe von 75 Prozent des Pflegegeldes. Die Auswahl der Kinder, die verbleiben können, richtet sich nach den Auswahlkriterien für die Notbetreuung in Kitas und Schulen.

Neubelegungen von frei gewordenen Plätzen sollen derzeit grundsätzlich nicht stattfinden. Auch hier wird ein teilweiser Ausfall von 75 Prozent der Pflegegelder für bis zu fünf Plätze gewährt.

Wenn Eltern ihre Kinder aus eigener Entscheidung nicht mehr zur Betreuung schicken, müssen die Eltern den Elternbeitrag weiterbezahlen. In diesem Fall wird auch das Jugendamt die Leistungen an die Tagespflegeperson fortsetzen. Voraussetzung ist jedoch, dass die Eltern schriftlich bestätigen, dass sie die Betreuung nicht wünschen. Die schriftliche Bestätigung ist dem Jugendamt vorzulegen.

Wird eine Tagesmutter oder ein Tagesvater durch das Gesundheitsamt unter Quarantäne gestellt, besteht Anspruch auf Entschädigung nach dem Infektionsschutzgesetz. Ist eine Tagespflegeperson selbst erkrankt, so gelten die Regelungen der Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall.

Weitere Infos beim Regionalverband (Eva Zweifel), montags und mittwochs von 8.30 bis 12.30 Uhr.  Tel. (0681) 506-5223, E-Mail: jugendamt-tagespflege@rvsbr.de. Fragen werden auch von der Servicestelle Kinderbetreuung und Kindertagespflege beantwortet.