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Wie sich die Feuerwehr Saarbrücken auf Unwetter vorbereitet

Saarbrücken : Was tun im Kampf gegen Regenfluten?

Tony Bender, der Brandinspektor des Regionalverbandes, erklärte der SZ, wie sich die Feuerwehren vorbereiten.

Viele Schäden sind noch nicht reguliert, die Bilder der Verwüstung noch in unseren Köpfen. Wieder einmal hat es vor gut einem Monat im Regionalverband so geschüttet, dass die Bewohner mancherorts befürchten mussten, die Welt ginge unter. Geflutete Keller, unterspülte Straßen und Schlamm überall – das haben die Unwetter hinterlassen. So stark regnete es früher im Schnitt einmal alle hundert Jahre.

„Subjektiv oder gefühlt gibt es heute öfter solche Punktflächenlagen als früher“, sagt dann auch einer, der von Ehrenamts wegen über solche Schadenslagen informiert sein muss, weil er im Bereich der freiwilligen Feuerwehr die Rettungsmaßnahmen koordiniert: Tony Bender, der Brandinspektor des Regionalverbandes.

Er ist sich auch sicher, dass die Statistiken inzwischen diese Einschätzung bestätigen, wie er im Gespräch mit der Saarbrücker Zeitung sagt: „Zuerst ist vor Jahren die Rußhütte förmlich weggeschwommen, vor zwei Jahren war es Sulzbach, jetzt der Raum Kleinblittersdorf und Bübingen.“

Zunächst ist aber der Begriff Punktflächenlage zu erklären. Als Flächenlage stuft Bender Hochwasserlagen früherer Jahre ein. Da habe sich das Hochwasser meist ziemlich vorhersehbar die Saar entlang verbreitet, das ließ den Einsatzkräften meist ausreichend Zeit, sich darauf vorzubereiten.

Die jüngsten Flutereignisse hätten dagegen plötzlich   die verschiedensten Gegenden überrascht und sich punktuell auf wenige Gemeinden beschränkt, während möglicherweise schon die Nachbargemeinde bis auf normalen Regen unbehelligt blieb.

Dementsprechend wenig Zeit bleibt den professionell ausgebildeten ehrenamtlichen Lebensrettern der freiwilligen Wehren, sich auf die Einsätze vorzubereiten. Weil dem so ist, nutzen die Feuerwehren die Möglichkeit der überörtlichen Hilfe.

Die Feuerwehrleute der vom Unwetter verschonten Gemeinden helfen also dort, wo die Natur zugeschlagen hat – entweder direkt vor Ort oder indem ein externes technisches Lagezentrum (TEL) auf eigenem Gebiet eingerichtet wird.

Manche Löschbezirke haben aber auch feste Aufgaben. So gibt es etwa im Löschbezirk 13 Sankt Johann eine Anlage, um Sandsäcke schnell zu füllen, sollte sich zeigen, dass die in den Gemeinden vorgehaltenen befüllten Säcke nicht ausreichen.

2332 Feuerwehrleute stehen im Regionalverband laut Brandinspektor Bender zum Einsatz bereit, und so könne er trotz der überörtlichen Hilfe garantieren, „dass wir keinen Ort schutzlos zurücklassen müssen.“ Zumal ja auch das Technische Hilfswerk (THW) über das entsprechende Pumpenmaterial und Personal verfüge, um bei Fluteinsätzen zu helfen.

Eng werde es übrigens auch auf der Notrufleitung 112, wie Bender weiß. Und auch wenn Tausende wegen überfluteter Keller anrufen, müssten Notrufe wie ein Dachstuhlbrand oder ein Herzinfarkt aus der Flut von Anrufen zielsicher herausgefischt werden.

Bender kündigt an: „Das wird auch demnächst beim Treffen der Wehrführer wieder Thema sein.“

 Tony Bender.     
Tony Bender.   Foto: BeckerBredel

Eine wichtige Rolle spielten schon jetzt die Logistik-Laster. Die müssten mit Rollwagen für verschiedene Schadenslagen flexibel ausgerüstet werden. Laut Bender ist auch ein Rollwagen für Unwetter bereits grob konzipiert. Auf diesen Rollwagen seien dann zum Beispiel Wat-Hosen und Flachsaugpumpen zu finden. Auch in Sachen Ausbildungsliteratur tue sich in diesem Bereich etwas, damit die Feuerwehrleute im Regionalverband bestens vorbereitet in zukünftige Starkregen-Einsätze ziehen können.