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Wie quasi.live die Musik in Corona-Zeiten zu den Zuhörern bringt

Konzerte : Wenn live nicht geht, kommt „quasi.live“

Mit ihrer Hilfe kommt derzeit so manches Saarbrücker Konzert zu den Zuschauern daheim: Das Team von „Resarevoir Audiovisuäl“ sorgt mit „quasi.live“ für Musik in Corona-Zeiten.

Eine Kamerafahrt durchs Studio, dann Bandmitglieder in Nahaufnahme. Perfektes Licht, perfektes Bild, perfekter Sound. Man glaubt bei „quasi.live“ eher in einem professionellen Musikvideo gelandet zu sein, als in einem Live-Stream.

„Resarevoir Audiovisuäl“, ein Netzwerk aus Medien- und Kulturschaffenden und Macher des Streams, sind allerdings auch echte Profis. Ihr Spezialgebiet: Video-, Film- und Musikproduktionen.

Trotz Musikvideo-Ästhetik sei bei „quasi.live“ aber alles „ganz, ganz live“, betont David Kassung, einer der Köpfe von „Resarevoir Audiovisuäl“. Er ist auch Frontmann der Saarbrücker Rap-Jazz-Band „Professor Aldente“. Und genau dort hat die Idee zum „quasi.live“-Stream ihren Ursprung.

Eines der Bandmitglieder ist Berufsmusiker und wegen der  Corona-Krise finanziell gefährdet. „Da gab es in der Band einfach den Wunsch, dem was in die Taschen zu spielen“, erzählt Kassung. Und so startete der „quasi.live“-Stream mit der Übertragung eines Proberaum-Konzertes von „Professor Aldente“. Fans konnten währenddessen über einen Link in Echtzeit spenden.

„Resarevoir Audiovisuäl“ wollten darüber hinaus aber auch einen dauerhaften kulturellen Kontrapunkt zum Einheitsbrei auf Netflix und Co. entwickeln, die regionale Kulturszene stärken, betont Kassung. Also haben sie weitere Künstler und Bands ins Boot geholt, wollten aus Cafés oder Bars senden, um so Spenden für die Akteure zu generieren.

Gestreamt werden durfte dann aber nur aus einer großen Halle. Das Gesundheitsamt des Regionalverbandes befand, dass nur dort bei der Produktion der nötige Sicherheitsabstand eingehalten werden könne. Mit Requisiten aus der Brasserie in der Fröschengasse oder dem „Zing“ hat man die Läden, oder zumindest ihre Atmosphäre, dann kurzerhand in die Halle geholt. Sie zu Schirmherren gemacht.

Musikalisch versuche man ein möglichst weites Spektrum abzudecken, sagt Kassung, so war  mit „4Fliegen“ eine Indie-Band zu Gast, zuletzt spielte eine Jazz-Formation um Awa Taban Shomal, die Macherin des „Zing“. Für Initiativ-Bewerbungen aus allen Musikgenres seien die Macher von „quasi.live“ aber offen, sagt David Kassung.

Genau wie für mögliche Kooperationen und Unterstützung, durch Kulturämter etwa. Denn die Spendenerlöse werden zwischen Schirmherren und Bands aufgeteilt. Für das Team von „Reservoir Audiovisuäl“ bleibt hingegen vor allem viel personeller und technischer Aufwand. „Mal sehen. wie lange wir das Team so noch bei Laune halten können“, sagt David Kassung.

Jeden Samstag um 20.30 Uhr gibt es einen „quasi.live“-Stream, also ein Konzert live im Internet, auf Instagram, Facebook und Twitch.

Technik macht Kunst möglich: Bassist Stefan Scheib im Monitor. Foto: quasi.live

www.quasi.live