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Vernissage IN THE CUT - DER MÄNNLICHE KÖRPER IN DER FEMINISTISCHEN KUNST am 18. Mai 2018 um 19 Uhr: Wie Frauen den männlichen Körper sehen

Vernissage IN THE CUT - DER MÄNNLICHE KÖRPER IN DER FEMINISTISCHEN KUNST am 18. Mai 2018 um 19 Uhr : Wie Frauen den männlichen Körper sehen

Ein spannendes Thema behandelt die nächste Ausstellung in der Saarbrücker Stadtgalerie. Direktorin Andrea Jahn präsentiert viele renommierte Künstlerinnen, die sich bei „In the cut“ mit ihrer eigenen Sexualität auseinandersetzen.

Für Gesprächsstoff wird garantiert die nächste Ausstellung in der Saarbrücker Stadtgalerie sorgen. War schon die gerade zu Ende gegangene Schau „Das letzte Bild“ über den Umgang mit dem Tod in der Kunst für manchen ein Aufreger, so wird bei „In the Cut“ sicher noch munterer diskutiert werden.

Am Freitag, 18. Mai, um 19 Uhr eröffnet diese Ausstellung zu einem Thema, das bisher weder in der Kunstgeschichte noch im Ausstellungsbetrieb umfassend behandelt wurde: „In the cut/Der männliche Körper in der feministischen Kunst“, so der vollständige Titel, reflektiert sexuelle Selbstbestimmung den weiblichen Blick auf den männlichen Körper sowie die Repräsentation der Geschlechter in Kunst und Gesellschaft.

Die Ausstellung vereint das Werk von 19 internationalen Künstlerinnen und drei Generationen feministischer Kunst. Viele der Künstlerinnen werden zur Eröffnung anwesend sein.

Sexualität als zentrales Thema in der Kunst war bis in die 1970erJahre vornehmlich vom männlichen Blick auf den weiblichen Körper beherrscht. Auch feministische Künstlerinnen konzentrierten sich zunächst auf den eigenen Körper, während der (hetero-)erotische Blick auf den Mann bis heute eine Ausnahme darstellt. Das will Andrea Jahn, Direktorin der Stadtgalerie, nun mit der von ihr kuratierten Schau ein bisschen ändern.

„Wenn feministische Künstlerinnen ihren begehrlichen Blick auf den männlichen Körper werfen, brechen sie damit gleich mehrere Tabus und kehren die Machtverhältnisse um, die dem traditionellen Bilderkanon eingeschrieben sind“, heißt es in der Mitteilung der Stadtgalerie. „Mit ihren Darstellungen erotischer Männerkörper erheben sie Anspruch auf sexuelle Selbstbestimmung und künstlerische Autorität. Gleichzeitig stellen sie klassische Rollenzuschreibungen in Frage und eröffnen den Diskurs für neue Möglichkeiten sexueller Identität“.

Künstlerinnen wie Louise Bourgeois (USA), Herlinde Koelbl (DE), Eunice Golden (USA), Joan Semmel (USA), Betty Tompkins (USA) oder Carolee Schneemann (USA) sind mit Arbeiten in Saarbrücken vertreten. Sie haben die Entwicklung dieser feministischen Tendenzen in 1960er- und 70er-Jahren vorbereitet.

Ihre Werke werden diese international besetzte Themenausstellung ebenso bestimmen wie Vertreterinnen der jüngeren Generation mit Sophie Calle (FR), Anke Doberauer (DE), Tracey Emin (GB), Alicia Framis (ES), Kathleen Gilje (USA), Aude du Pasquier Grall (FR), Anna Jermolaewa (RU), Julika Rudelius (DE), Mwangi Hutter(KE/DE), Orlan (FR), Jana Sterbak (CAN), Susan Silas (USA) und Paula Winkler (DE).
Am Eröffnungswochenende findet in Zusammenarbeit mit der Universität des Saarlandes ein Symposium statt – neben kunstwissenschaftlichen Einführungsvorträgen zum Thema stehen dabei Podiumsdiskussionen mit den beteiligten Künstlerinnen im Fokus.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog im Kerber Verlag (engl./dt., 230 Seiten). Das Projekt wird von der Kulturstiftung des Bundes gefördert.

Actaeon at home“ heißt diese Arbeit von Jana Sterbak. Foto: Jana Sterbak

www.stadtgalerie.de