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Wie die Volkshochschule Regionalverband Saarbrücken durch Corona kommt

Kostenpflichtiger Inhalt: Die Volkshochschule in Krisen-Zeiten : Zurück zur neuen Normalität nach Corona

Welche Lehren die Volkshochschule Regionalverband Saarbrücken aus der Krise zieht: SZ-Gespräch mit Direktorin Carolin Lehberger.

„Eine herausfordernde Zeit“ nennt Dr. Carolin Lehberger die vergangenen Wochen. Damit meint die Direktorin der Volkshochschule (VHS) Regionalverband Saarbrücken den Umgang mit der Corona-Pandemie, die sich auch auf den VHS-Betrieb massiv ausgewirkt hat.

Mitte März wurde der Präsenzunterricht ausgesetzt. Das erhöhte den „Druck, unser Online-Angebot auszubauen“, sagt die Riegelsbergerin. Und führte dazu, „dass wir komplett neue Formate geschaffen haben, zum Beispiel mit Vorträgen zur Kunstgeschichte“. Die seien gut angenommen worden und böten „ganz tolle Möglichkeiten, weltweit Teilnehmer zu erreichen“.

Wobei die VHS-Direktorin betont, Online-Lernangebote seien nicht die ureigenste Sache von Volkshochschulen. „Der Face-to-Face-Unterricht bleibt bei uns die Nummer eins. Das macht uns aus, darin unterscheiden wir uns von Mitbewerbern wie Sprachschulen.“ Wenn es nun Schritt für Schritt „zurück zur neuen Normalität“ gehe, wie es Carolin Lehberger formuliert, werde die VHS aber Online-Elemente beibehalten, die sich in der Krise bewährt haben.

Traditionelle Angebote digital anzureichern, das habe zu einer „tollen Dynamik aus didaktischer Perspektive“ geführt, meint Lehberger. Das setze voraus, dass sich Dozenten mit der neuen Technik auseinandersetzen. Und da sei es häufig so, dass sich jüngere Lehrkräfte bereitwilliger auf so etwas einlassen, weniger Hemmungen haben, sich in Dinge wie Clouds oder Konferenz-Tools einzuarbeiten. Lehberger: „Als ich vor zweieinhalb Jahren hier angefangen habe, war mir klar, dass wir neue Dozenten gewinnen müssen, die frischen Wind und neue Ideen reinbringen.“ Natürlich solle das nicht heißen, dass sie die Arbeit von älteren Kollegen weniger schätze. Auf die Mischung komme es an. Und die stimme bei der Volkshochschule Regionalverband Saarbrücken.

Was Carolin Lehberger bedenklich stimmt: Dozenten und Kursteilnehmer aus Frankreich hätten in Corona-Zeiten schlimme Erfahrungen machen müssen. Einfach nur, weil sie aus der Region Grand Est kommen, die von der Pandemie besonders hart getroffen und als Krisenregion gebrandmarkt wurde. So bleibt für Lehberger die bittere Feststellung, dass die deutsch-französische Freundschaft massiv gelitten habe. „Einiges Porzellan ist da zerschlagen worden. Über Bildung und Kultur können wir hoffentlich vieles kitten, das ist eine besondere Herausforderung gerade für eine Einrichtung wie die Volkshochschule.“

Dr. Carolin Lehberger, Direktorin der Volkshochschule Regionalverband Saarbrücken.  Foto: Iris Maurer Foto: Iris Maria Maurer

Die Corona-Krise hat die VHS-Direktorin aber auch gelehrt, dass Menschen dem Umgang mit der eigenen Zeit mehr Bedeutung beimessen, dass sie mehr Muße entwickeln, mehr darauf achten, ihre Tage sinnvoll zu nutzen. So seien Kurse, die sich mit Entspannung, Kreativität oder Gesundheit beschäftigen, wichtiger geworden. Auch ein größeres Bedürfnis nach Aktivitäten an der frischen Luft hat Lehberger registriert, so seien zum Beispiel Wildkräuterwanderungen sehr begehrt. Diese Erkenntnisse fließen ein in die Planung künftiger Angebote. Am 15. Juni erscheine das Sommerprogramm, kündigt Lehberger an, das sich mit deutlich mehr Veranstaltungen bis Ende September erstrecke: „Das Herbst- und Wintersemester startet erst am 26. Oktober, das Programm dazu wird ab 5. Oktober vorliegen.“