Wie die Tiere im Saarbrücker Zoo die Sommerhitze überstehen

Sommer im Zoo : Wie Tiere die Affenhitze überstehen

Der Saarbrücker Zoo verteilt reichlich Eis an seine Bewohner. Nachwuchs bei den Guanakos.

Eine Affenhitze herrschte in der vergangenen Woche auch im Saarbrücker Zoo. Sogar die hitzeerprobten Kattas (Lemurenart aus Madagaskar) verkrochen sich den ganzen Tag in die schattigsten Ecken ihres Freigeheges – bis auf wenige Ausnahmen. Als Zoo-Tierpflegerin Alexandra Lagaly mit selbstgemachtem Früchteeis ankam, herrschte bei den Kattas Ausnahmezustand. Alle stürzten sich auf die süßen und vor allem erfrischenden Leckereien. „Die lieben das Eis. Bei solchen Temperaturen haben wir uns für die Tiere kleine Spielereien zur Abkühlung ausgedacht“, sagte Alexandra Lagaly. Die Emus sind ganz heiß darauf, abgeduscht zu werden. Als die Pflegerin mit dem Wasserschlauch in das Gehege kam, wussten die Emus genau, was kommt und legten sich sofort auf den Boden, um sich berieseln zu lassen. Auch die beiden Kraniche Victoria und David (benannt nach den Beckhams) finden die kühle Dusche an heißen Tagen mega. Die Warzenschweine mögen es dagegen etwas gröber. Ihre Wasserlöcher müssen nur mit reichlich Wasser gefüllt sein, dann kann die große Schlammschlacht zum Abkühlen losgehen. Die Pandabären können mit diesen Erfrischungsspielchen überhaupt nichts anfangen. Sie stammen aus dem Himalaya-Gebirge, und ihnen sind 20 Grad schon zu warm. Bei fast 40 Grad liegen sie in ihrem schattigen Gehege auf Baumstämmen und lassen alle Gliedmaßen herunterbaumeln. Genau gegenüber von den Pandas geht derweil im Gehege der Drills (Affenart aus Afrika) der Punk ab. Das Fruchteis geht so langsam zur Neige und um die letzten Stücke kann sich durchaus schon mal gekloppt werden. Ganz anders sieht es bei den Seehunden aus. Sie bekommen zwar aus einem Brunnen ständig kühles Frischwasser in ihr Becken, doch die Tierpfleger haben sich auch für die Jungs und Mädels von der Nordsee etwas einfallen lassen. „In dieser Woche bekamen die Seehunde zum ersten Mal Eisblöcke, in denen Fische eingefroren wurden. Es war lustig, denn sie wussten zuerst gar nicht, was das ist“, erzählt Alexandra Lagaly. Der erfahrenste Seehund Xaver (34 Jahre) löste das Rätsel schließlich und bearbeitete einen Eisblock so lange, bis er an die köstlichen Fische kam. Bei den Guanakos, einer Kamelart aus Südamerika, bestand die Hitzewoche bis Donnerstag nur aus relaxen und rumliegen. Und ausgerechnet am Donnerstag, dem heißesten Tag in Deutschland seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, bekamen die Guanakos Nachwuchs. „Es ist alles prima verlaufen, und die Kleine ist topfit. Nur die Mücken nerven sie ein bisschen. Jetzt müssen wir uns noch einen Namen ausdenken“, berichtet Tierpfleger Stefan Weidmann. Jedenfalls war es am Freitag mit der Ruhe bei den Guanakos dahin, denn so ein Guanako-Baby möchte schließlich unterhalten werden.

Den Roten Pandabären ist es schon bei 20 Grad zu warm. Bei 40 Grad lassen sie erst recht alles baumeln. Foto: Heiko Lehmann
King Julien verliert auch bei 40 Grad seine königliche Haltung nicht. Foto: Heiko Lehmann
Auch die Kattas lieben Früchteeis und freuen sich über die süße Abkühlung aus den Händen der Pflegerin. Foto: Heiko Lehmann
Die Ziegen kommen mit den hohen Temperaturen klar und können sogar noch bei dieser Affenhitze meckern. Foto: Heiko Lehmann
Am heißesten Tag des Jahres, am Donnerstag, kam im Saarbrücker Zoo ein Guanako-Baby auf die Welt. Foto: Heiko Lehmann

Die Schimpansen bekamen gefrorene Wassermelonen. Auch hier flogen beim Kampf um die letzten Stücke die Fetzen, und jeder Weltmeister im Superschwergewicht wäre wohl leer ausgegangen. „Schimpansen haben sechs Mal mehr Kraft als Menschen. Da würde keine Chance bestehen, auch nur in die Nähe der Melonen zu kommen“, so Lagaly. Die Menschen und die Tiere im Saarbrücker Zoo haben mit vielen Ideen und lustigen Spielereien die nächste Welle der Affenhitze überstanden und hoffen nun auf angenehmere Temperaturen in den kommenden Woche. In dieser Woche ging es ja bis jetzt mit der Witterung.