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Wie die Stadt Saarbrücken den Künstlern helfen will

Saarbrücker Künstler : Was wird aus der lebendigen Kulturszene?

Künstlerinnen und Künstler in Saarbrücken sind von der Corona-Krise teils stark betroffen. Die Stadtverwaltung will helfen.

 Die Gerüchteküche brodelt, die Nerven liegen blank. Die freie Saarbrücker Kulturszene wird von der Corona-Krise teils mit Macht getroffen. Und im Hintergrund werden Stimmen laut: Was tut eigentlich die Stadt Saarbrücken für ihre Künstlerinnen und Künstler, mit denen sie sich sonst ja gerne schmückt, als „Stadt mit lebendiger Kulturszene“?

„Wir müssen sie unterstützen, sonst sind sie nächstes Jahr nicht mehr da“, sagt auch Kulturamtsleiterin Sylvia Kammer-Emden auf SZ-Anfrage. „Wir sind eine Landeshauptstadt und haben eine Verpflichtung gegenüber unserer Kulturszene, die herausragend ist“.

Hinter den Kulissen ist man auch bereits aktiv. Problem dabei: Der Haushalt der Stadt ist noch nicht vom Land genehmigt. Das ist ja meistens so, aber in diesen Zeiten ganz besonders schwierig für die Kulturszene.

Erste „Baustellen“, an denen Kammer-Emden seit Beginn der Krise arbeitet, sind das Kino Achteinhalb und das Atelierhaus KuBa  am Eurobahnhof. Für beide wird eine Abschlagszahlung vorbereitet und hoffentlich genehmigt. „Die stehen mit dem Rücken zur  Wand, die sind schon in Vorlage getreten, die Ausgaben laufen“, sagt Kammer-Emden. Auch in normalen  Jahren war es guter Brauch, dass einige Kultureinrichtungen Geld bekamen, bevor der Haushalt genehmigt war. Sonst könnte keine dieser Institutionen arbeiten. Aber im Corona-Jahr brechen nun auch noch die Einnahmen weg.

Besonders bedroht ist aktuell auch die freie Kulturszene der Stadt. Deren Protagonisten sind ohnehin meist nicht auf Rosen gebettet. Jetzt brechen ihnen noch die letzten Einnahmen weg. Und die Projekt-Förderung der Stadt wahrscheinlich auch, weil ja keine Projekte realisiert werden können. „Die haben natürlich mit dem Zuschuss gerechnet“, sagt Kammer-Emden, „und ich will, dass die ihr Geld bekommen“. Im Kulturamt wird nun über einen Nothilfe-Fonds nachgedacht. Damit  mit dem Geld, das für Projekte im Haushalt vorgesehen ist, wenigstens einige der Künstler unterstützt werden können. Aber „das ist haushaltsrechtlich gar nicht so einfach“, sagt Stadtpressesprecher Thomas Blug. In der nächsten Woche sollen möglichst erste Entscheidungen getroffen werden.

Sylvia Kammer-Emden, Kuturamtsleiterin der Stadt Saarbrücken.  Foto: Iris Maurer

Ein weiterer Punkt ist die Sommermusik, das vom Kulturamt organisierte Festival, das nicht nur beim Publikum sehr beliebt ist, sondern auch für die Künstlerinnen und Künstler eine zwar kleine, aber verlässliche Einkommensquelle ist. Derzeit wird diskutiert, das Festival komplett abzusagen und ins nächste Jahr zu  ziehen.  Aber da, sagt Kammer-Emden, ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Vielleicht,  meint sie, könnten wenigsten einige  Veranstaltungen an geeigneten Orten stattfinden. Damit Saarbrücken in diesem Sommer nicht  komplett kulturlos wird.