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Werner Cartarius ist seit 67 Jahren für den 1. FC Saarbrücken aktiv

Kostenpflichtiger Inhalt: Saarbrücken : Seit 67 Jahren für den 1. FCS im Einsatz

Werner Cartarius, Mitbegründer der Saarbrücker Hallen-Stadtmeisterschaft, liegt die Nachwuchsarbeit am Herzen.

Wenn sich Werner Cartarius an Höhepunkte des 1. FC Saarbrücken erinnert, dann fallen ihm spontan zwei ein. Die allererste Bundesliga-Saison im Jahr 1963  – denn damals war der 1. FC Saarbrücken als Gründungsmitglied dabei  – und das DFB-Pokalviertelfinale vor zwei Wochen gegen Fortuna Düsseldorf, das der FCS nach Elfmeterschießen gewann. „Ich habe vor zwei Wochen gestandene und alte FCS-Fans weinen gesehen. Es waren Emotionen pur, so etwas gab es schon lange nicht mehr“, sagt Werner Cartarius.

Er muss es wissen. Der gebürtige „Malstatter Bub“ ist 85 Jahre alt und bereits seit 1953 beim FCS tätig. „Ich war 18 Jahre alt und bin samstags gerne Spiele der FCS-Jugend gucken gegangen. Irgendwann sind Betreuer ausgefallen, ich wurde gefragt, ob ich helfen kann – und schon war ich dabei“, erinnert sich Werner Cartarius, der selber nie unter den Ball getreten hat. „Mir hat die Arbeit im Hintergrund viel mehr Spaß gemacht. Das gehört ja auch dazu“, so der 85-Jährige.

Schon in seinen Anfangsjahren bewegte der Saarbrücker vor allem im Jugendbereich sehr viel. Unterstützung bekam er von seinem Freund Hermann Neuberger, der zunächst in der Handballabteilung des 1. FC Saarbrücken tätig war, später Präsident des Saarländischen Fußballverbandes wurde und von 1975 bis 1992 sogar Präsident des Deutschen Fußballbundes. „Hermann und ich hatten eine große Gemeinsamkeit, und das war die Förderung des Jugendfußballs. Als die Saarlandhalle fertiggestellt war, war es fast schon eine Pflicht, darin ein großes Hallenturnier für die Jugend auszurichten“, erinnert sich Werner Cartarius. Mit Unterstützung seines Freundes Hermann Neuberger hat er im Jahr 1969 die Saarbrücker Hallen-Stadmeisterschaft in der Saarlandhalle ins Leben gerufen. Ein Turnier, das 40 Jahre in der Saarlandhalle ausgetragen wurde und danach bis heute in der Joachim-Deckarm-Halle in Saarbrücken. „Ohne Jugend gibt es auch keine Aktiven. Mehr ist zum Thema Nachwuchsarbeit im Fußball nicht zu sagen“, ist der 85-Jährige überzeugt.

Wenn er heute vor der Saarlandhalle in der Landeshauptstadt steht, dann denkt er nicht nur an die erste Saarbrücker Stadtmeisterschaft zurück. „Nach dem Krieg stand hier vorne, wo jetzt der Parkplatz ist, eine kleine Bude. Dort haben sich die Spieler umgezogen und dann direkt oberhalb auf einem Platz trainiert. Gespielt wurde damals auf dem Kieselhumes – vor 35 000 Zuschauern. Das kann sich heute kein Mensch mehr vorstellen“, blickt Werner Cartarius zurück.

Der Saarbrücker hat alle seine Ämter im Nachwuchsbereich inzwischen an die jüngeren Generationen abgegeben. Vorsitzender des Ehrenrates des 1. FCS ist er aber noch. „Ich bin noch fit, und es macht mir noch Spaß. Und irgendwie hängt man ja auch an dem Verein und will immer dabei sein“, sagt er, dreht sich vor der Saarlandhalle um, blickt auf die Baustelle im Ludwigspark und ergänzt: „Ich glaube, das Stadion wird noch teurer als alle vermuten. Es ist schade, dass wir zurzeit so tolle Erfolge im DFB Pokal feiern können, aber nicht zu Hause spielen. Doch es wird alles gut. Wir haben mit dem 1. FCS schon sehr viele Höhen und Tiefen erlebt. Eines war und ist dabei immer sicher. Der FCS wird niemals untergehen“, sagt der Mann, dem voriges Jahr für seine Verdienste um den Fußball die saarländische Sportplakette verliehen wurde.