Arbeitsmarkt : Weniger Arbeitslose im Regionalverband

7500 Frauen und Männer bekamen im vergangenen Jahr eine Ausbildung oder einen Job. Langzeitarbeitslosigkeit bleibt ein Problem.

Die Arbeitslosigkeit im Regionalverband hat im vergangenen Jahr abgenommen. 7500 Frauen und Männer kamen in Ausbildung oder Arbeit, darunter 1700 Flüchtlinge. Das ist das beste Ergebnis seit Bestehen des Jobcenters. Das teilte der Leiter der Saarbrücker Agentur für Arbeit, Jürgen Haßdenteufel, am Dienstag mit Regionalverbandsdirektor Peter Gillo (SPD) und dem Leiter des Jobcenters, Thomas Gramm, mit.

Den Angaben zufolge waren im Dezember vergangenen Jahres im Saarland 30 241 Personen ohne Arbeit, im Regionalverband waren 13 435 Menschen arbeitslos. Die Arbeitslosenquote lag bei 7,8 Prozent (bundesweit 5,2 Prozent) und verringerte sich um 0,9 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. Das Saarbrücker Jobcenter, eine gemeinsame Einrichtung des Regionalverbands Saarbrücken und der Saarbrücker Agentur für Arbeit, betreut davon allein drei Viertel aller Arbeitslosen, die Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch (SGB) II beziehen, umgangssprachlich Hartz IV genannt. Die Arbeitslosenquote im SGB II lag im Dezember vergangen Jahres bei 5,9 Prozent und damit um 1,1 Prozentpunkte niedriger als im Vorjahr. Insgesamt ging die Arbeitslosigkeit im Regionalverband im Vergleich zum Vorjahr um 15,7 Prozent zurück. Zwei Faktoren trüben allerdings die insgesamt positive Entwicklung am Arbeitsmarkt, wie Haßdenteufel sagte. Zum einen leben überdurchschnittlich viele Menschen im Regionalverband von Grundsicherung. Haßdenteufel sprach bei dieser Gruppe von einem großen „Problemdruck“, denn im Regionalverband liegt die SGB-II-Hilfequote bei 16,5 Prozent, das entspricht etwa 30 000 Leistungsberechtigten. Saarlandweit liegt diese Quote bei 10,9 Prozent, bundesweit bei 8,6 Prozent. Gleichzeitig konnten aber 24 Prozent der erwerbsfähigen Hilfebedürftigen im vergangenen Jahr vermittelt werden, das waren 7586 Personen. Der zweite Wermutstropfen ist die Konjunktur, die bundesweit an Fahrt verliert, was die Zahl der Arbeitslosen wieder ansteigen lassen dürfte.

Gillo erklärt die Arbeitslosigkeit unter anderem mit generellen Strukturdefiziten in der Region – das Saarland hat eben nur wenige große Unternehmen oder Konzerne. Darüber hinaus sind viele Langzeitarbeitslose schwer vermittelbar, weil sie krank, abhängig oder schlecht qualifiziert sind. Insgesamt konzentriere sich die Zahl der Hilfebedürftigen im Regionalverband. Hier lebt ein Drittel der Einwohner des Saarlandes, aber auch die Hälfte der Hartz-IV-Empfänger. Und noch zwei weitere Gruppen konzentrieren sich im Regionalverband, einerseits Flüchtlinge, andererseits auch viele Rumänen und Bulgaren, die über EU-Binnenwanderung ins Saarland gekommen sind.

Abhilfe versprechen sich die Verantwortlichen vom neuen Teilhabechancengesetz, das seit 1. Januar in Kraft ist. Für einen Zeitraum von fünf Jahren stellt der Bund vier Milliarden Euro bereit, um Arbeitsplätze zu fördern. Arbeitgeber, die sozialversicherungspflichtige Jobs für Langzeitarbeitslose anbieten, können bis zu fünf Jahre Geld vom Bund bekommen. Davon haben bislang 250 Menschen profitiert, bis Mitte des Jahres dürften es 430 sein. Der Regionalverband bezuschusst die Maßnahme mit 150 Euro pro Monat.

Mehr von Saarbrücker Zeitung