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So kann’s gehen
Für Weltuntergang gerüstet

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Vor einiger Zeit ist die langjährige Lebensgefährtin meines Nachbarn endlich bei ihm eingezogen. Mit Sack und Pack. Darum musste sie Platz schaffen. In seinen Schränken. Beim Abendessen mit vielen Freunden fragt sie dann unvermittelt in die Runde: „Braucht eigentlich einer von euch Bratenschläuche? Von Matthias Zimmermann
Matthias Zimmermann

“ Entgeisterte Blicke. Trocken legt sie nach: „Wir haben auch Bandnudeln. In allen Schränken. In allen.“ In dem Augenblick schüttelt sich mein Nachbar vor Lachen. Ertappt. Denn jedes Mal, wenn er für den bisherigen Single-Haushalt durch den Supermarkt stapfte, fielen ihm günstige Angebote in die Hände: Bratenschläuche und Bandnudeln. Seine Küche quillt vor lauter Bratenschläuchen und Bandnudeln über. Sonstige Zutaten? Fehlanzeige. Ratlosigkeit bei seiner Partnerin, was jemand mit der Kombination Bratenschläuche/Bandnudeln anstellt.


Erinnert an „Pappa ante Portas“, den legendären Loriot-Streifen. In dem lässt der komödiantische Großmeister sich zum Erstaunen seiner perplexen Familie gleich palettenweise Senf nach Hause liefern. Mengenrabatt. Worauf seine Frau fassungslos reagiert: „Die Welt geht unter, aber wir haben Senf.“

Während ich mich noch Tage nach der Bratenschlauch-Bandnudeln-Aktion prächtig am Frühstückstisch amüsiere, schlurft auf einmal meine bessere Hälfte mit unzähligen Schachteln Beuteltee an. Und stellt mich vor die Qual der Wahl: „Was möchtest du trinken? Pfefferminze oder Pfefferminze? Ich könnte dir aber auch Pfefferminze anbieten. Oder wie wäre es mit Pfeff...“. Ja, ja, schon gut, ich hab’ verstanden. „Die Welt geht unter, aber wir haben Pfefferminztee.“ Und unser Nachbar Bratenschläuche und Bandnudeln.