Der jüdische Mai 68: Vortrag über prominente Juden als Teil der 68er-Bewegung

Der jüdische Mai 68 : Vortrag über prominente Juden als Teil der 68er-Bewegung

„Der jüdische Mai ’68“ ist Thema eines Vortrags am Mittwoch, 30. Mai, um 18 Uhr. In der Politischen Akademie der Stiftung Demokratie Saarland in Saarbrücken referiert Sebastian Voigt. Bei der Veranstaltung handelt es sich um eine Zusammenarbeit mit der Heinrich-Böll-Stiftung Saar.

„Der jüdische Mai ’68“ ist Thema eines Vortrags an diesem Mittwoch, 30. Mai, um 18 Uhr. In der Politischen Akademie der Stiftung Demokratie Saarland in Saarbrücken referiert Sebastian Voigt. Bei der Veranstaltung handelt es sich um eine Zusammenarbeit mit der Heinrich-Böll-Stiftung Saar.

Zum Inhalt: Drei jüdische Aktivisten spielten im Umfeld des Pariser Mai eine wichtige Rolle: Daniel Cohn-Bendit, der das Ereignis symbolisiert; Pierre Goldman, der bis zu seiner Ermordung 1979 die Ikone der radikalen Linken war, und André Glucksmann, vormals der maoistischen Strömung zugeneigt, der Mitte der 70er-Jahre die antitotalitäre Denkrichtung der Neuen Philosophen mitbegründete. Voigt zeichnet die Lebenswege dieser drei Protagonisten der radikalen Linken im Nachkriegsfrankreich nach und rückt ihre politischen Biografien in einen gedächtnisgeschichtlichen Zusammenhang.

Hierzu öffnet er den Blick auf die Elterngeneration und nimmt deren in der Zwischenkriegszeit liegende Erfahrungsgeschichte in den Fokus. Eine Rückschau in die Vorgeschichte führt von Frankreich in die Lebenswelten der als Immigranten und Flüchtlinge aus Deutschland, Polen und Habsburgerreich kommenden Juden. Kommunismus, Zionismus und antifaschistisches Engagement der Elterngeneration bilden dabei ebenso wie der bewaffnete Widerstand gegen die deutsche Besatzung die gedächtnispolitische Folie, vor der die Ereignisse des Mai ’68 in neuem Licht erscheinen.

Sebastian Voigt studierte Geschichte, deutsche Sprache und Literatur, Philosophie und Pädagogik in Freiburg im Breisgau, Amherst (Massachusetts) und Leipzig. 2003 bis 2012 war Voigt am Simon-Dubnow-Institut für jüdische Geschichte und Kultur an der Universität Leipzig tätig. Seit 2013 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Zeitgeschichte (München/Berlin). Zu Sebastian Voigts Publikationen gehören neben anderen „Die Dialektik von Einheit und Differenz. Über Ursprung und Geltung des Pluralismusprinzips in den Vereinigten Staaten von Amerika“ (2007) sowie „Der jüdische Mai ‚68. Pierre Goldman, Daniel Cohn-Bendit und André Glucksmann im Nachkriegsfrankreich“ (2015), wie es in der Ankündigung des Vortrags weiter heißt.

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