Geschichte und Entwicklung Vortrag über Front National in der Villa Lessing

Saarbrücken · Die Villa-Lessing in Saarbrücken lädt zum Vortrag „Die Stärke des Front National in Lothringen – ein Paradoxon der Geschichte“ für Dienstag, 17. Oktober, ab 19 Uhr ein.

Auch bei den jüngsten Präsidentschaftswahlen behauptete sich der Front National in den lothringischen und elsässischen Départements als eine starke politische Kraft. Dabei war es der Lothringer Robert Schuman, der am 9. Mai 1950 die Vision von Europa mit der Idee zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl konkretisieren sollte. Und doch erkläre ein Blick in die Geschichte die aktuelle Situation, schreiben die Veranstalter in ihrer Ankündigung.

Eine Analyse der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung Lothringens seit den 1960er-Jahren offenbare eine Krise des Systems, die gerade in Lothringen zu massiven Verwerfungen geführt habe. Der Erfolg des Front National sei erwachsen aus einer Erfahrung der jahrzehntelang gefühlten Benachteiligung und Zurücksetzung gegenüber Nordfrankreich durch die Pariser Zentrale.

Auch gegenüber dem Saarland fühlten sich manche Lothringer benachteiligt. Mit einer Melange aus Bewunderung und Neid würden sie auf den Strukturwandel an der Saar blicken. Die wachsende Zahl von Grenzgängern führe zu Ängsten und habe für die Betroffenen nicht nur Vorteile. Dazu kämen viele gebrochene Versprechungen französischer Politiker, so der Veranstalter.

Hans-Christian Herrmann, Historiker und Archivar, seit 2010 Leiter des Saarbrücker Stadtarchivs, wird den Vortrag halten.

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