Vortrag bei der Stiftung Demokratie : Vom Friedensaktivisten zum Waffenexperten

Am Montag, 31. Juli 2017, findet um 18 Uhr in der Politischen Akademie der Stiftung Demokratie Saarland, Europaallee 18, 66113 Saarbrücken ein Vortag mit Prof. em. Dr. Ulrich Herrmann statt.

Auf den Tag genau vor 100 Jahren, am 31. Juli 1917, begann die dritte Flandernschlacht. Sie dauerte bis zum 6. November 1917. Die alliierten Angreifer unternahmen den Versuch, die deutschen Stellungen bei Ypern zurückzuwerfen – da war ebenso irrwitzig wie aussichtslos. Das Jahr 1917 brachte militärisch und politisch die Wende im Ersten Weltkrieg: die Heere waren erschöpft, die Versorgung der Zivilbevölkerung in Deutschland war praktisch zusammengebrochen, Streiks und Meutereien waren in Ost und West an der Tagesordnung, revolutionäre Bewegungen und Friedensbemühungen meldeten sich zu Wort. Nicht Waffen würden den Krieg beenden, sondern der Hunger.

Ohne Aussicht auf Frieden, aufs Äußerste gepeinigt und demoralisiert, würden die kriegsmüden Völker sich in ihrer Friedenssehnsucht ihrer verbrecherischen Regierungen zu entledigen trachten. Dies und vieles andere war nachzulesen in dem 1899  erschienenen sechsbändigen Werk „Der zukünftige Krieg in seiner technischen, volkswirtschaftlichen und politischen Bedeutung“ von Johann von Bloch (1836-1902). Von Bloch, ein polnischer Eisenbahnmagnat und Pazifist, wäre vermutlich einer der ersten Friedensnobelpreisträger geworden.

Der Historiker Ulrich Herrmann erinnert in seinem Vortrag in der Politischen Akademie der Stiftung Demokratie an einen Waffen- und Kampfexperten, der aus Sorge vor den sozialen und politischen Folgen eines nächsten Krieges als einziger die Realität des Ersten Weltkriegs und seiner Folgen mit großer Genauigkeit prognostizierte.