Kolumne : Von Menschen und Mäusen

Geld, Mäuse, Flocken, Kohle, Penunzen, Zaster, Asche, Bares, Kröten, Pulver, Bimbes, Marie, Heu, Moneten ... Viele Namen für Unwiderstehliches – und Gefährliches.

Das war knapp. Fast hätte ich vorige Woche, kurz vor der Haustür, eine weiß-schwarz gefleckte Katze überfahren. Die Maus hätte sich vermutlich gefreut. Denn die Katze war – weder nach links noch nach rechts schauend – gerade hinter einer kleinen Maus her und erwischte sie auch direkt vor meinen Augen mitten auf der Straße. Lautes Hupen half da auch nichts mehr, die Katz‘ ließ den kleinen Nager nicht mehr los, und für die Maus war’s aus.

Für die Katze hätte es natürlich auch böse, weil mit einem Reifenprofil im Genick, enden können; offenbar hatte sie nur noch ihre Beute im Sinn gehabt und keinen Blick mehr für Gefahren. Was für ein dummes Vieh, das könnte einem Menschen ja wohl nie passieren. – Hmmm … warum muss ich jetzt an jenen gestandenen Mann denken, der vor ein paar Jahren vor mir saß, weil er fast auf einen „Londoner Anwalt“ hereingefallen wäre, der ihm ein Zig-Millionen-Erbe eines unbekannten spanischen Verwandten versprochen hatte – natürlich gegen eine horrende Vorab-Gebühr. Und dann auch immer wieder die Meldungen von Menschen, die am Telefon auf falsche Gewinnversprechen hereinfallen. Scheint fast, als würden auch wir den Riecher für Gefahren verlieren und gerne Mal unter die Räder kommen, sobald wir ein dickes Bündel Mäuse vor Augen haben.