1. Saarland
  2. Saarbrücken
  3. Landeshauptstadt

Virologe Rissland: Corona-Lage im Saarland nicht bedrohlich

Steigende Zahlen : Virologe: Corona-Lage im Saarland nicht bedrohlich

Trotz schnell steigender Fallzahlen warnt der Homburger Experte Jürgen Rissland vor Panik. Die Bundesregierung fordert Wachsamkeit.

Obwohl die Corona-Infektionszahlen im Saarland seit einigen Tagen steigen, sieht Jürgen Rissland keinen Grund, in Panik zu verfallen. „Natürlich muss man das Infektionsgeschehen mit einem wachen Auge verfolgen“, sagt der Virologe des Universitätsklinikums in Homburg. Doch im bundesweiten Vergleich lägen die Zahlen unterhalb des Durchschnitts. Wie das Gesundheitsministerium am Montag mitteilte, wurden in den vergangenen sieben Tagen 154 Personen positiv auf das Coronavirus getestet. Damit ergeben sich umgerechnet auf 100 000 Einwohner 15,5 neue Corona-Fälle pro Woche. Bundesweit waren es in diesem Zeitraum 16,2 Fälle. Im Saarland ist es die höchste Zahl, seit das Robert-Koch-Insitut (RKI) Anfang Mai damit begann, diesen Wert als Vergleichsinstrument für die einzelnen Regionen Deutschlands zu verwenden. Innerhalb weniger Tage hat sich der Wert im Saarland mehr als verdoppelt. Am Montag meldeten die Gesundheitsbehörden 15 neue Fälle.

Als Ursache für den Anstieg nennt Rissland vor allem private Feiern und Treffen im Freundeskreis, bei denen sich das Virus verbreitet hat. Reiserückkehrer spielen nach Worten des Virologen mittlerweile nur noch eine kleinere Rolle. Gibt es im Saarland binnen sieben Tagen 35 neue Corona-Fälle pro 100 000 Einwohner, kann die Teilnehmerzahl privater Feiern von der Landesregierung auf 50 begrenzt werden.

Unterdessen mahnte die Bundesregierung am Montag erneut zur Wachsamkeit angesichts bundesweit steigender Corona-Infektionszahlen. „Die Dynamik nimmt zu“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert nach einem Treffen des Corona-Kabinetts. Konkrete Beschlüsse fasste das Kabinett mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) nicht.