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Nach schwerem Unfall in Saarbrücken
„Aggressives Verhalten im Straßenverkehr nimmt zu“

Die Unglücksstelle vom Samstag mit gesicherten Spuren.
Die Unglücksstelle vom Samstag mit gesicherten Spuren. FOTO: BeckerBredel
Saarbrücken. ADAC-Experte berichtet über Zunahme von Aggressionen hinterm Steuer. Von Matthias Zimmermann
Matthias Zimmermann

Nach dem Unfall am Samstagabend in Saarbrücken, bei dem ein Autofahrer einen Fußgänger schwer verletzt zurückgelassen hatte, ohne sich um das Opfer zu kümmern, ist eine Debatte um Verrohung im Straßenverkehr entbrannt. Frank Finkler, beim ADAC im Saarland Leiter des Bereichs Rettungswesen, sagt: „Mitglieder berichten uns immer wieder davon, dass sie eine Zunahme aggressiven Verhaltens im Straßenverkehr beobachten.“ Das Auto verleihe dem Fahrer dabei eine gewisse Anonymität.


Stichprobenartige Daten der Verkehrsunfallstatistik des Landespolizeipräsidiums in Saarbrücken belegen indes die Annahme nicht, dass sich dies auf das Fahrverhalten auswirkt. So gebe es beispielsweise an der Unglücksstelle vom Wochenende keine Hinweise darauf, dass sich hier Unfälle häuften. Nur zwei Blechschäden registrierten Beamte bis zu dem tragischen Zwischenfall jetzt innerhalb von zwölf Monaten.

Widerspruch kommt hingegen von Peter Schöpe, von der Aktion Mensch bestellter Inklusionsbeauftragter. Er hatte schon vor Wochen vor folgenschweren Unfällen in Wohngebieten gewarnt, weil sich Autofahrer nicht an Tempolimits hielten. Schöpe fordert generell Tempo 30 nicht nur an neuralgischen Punkten wie Kindergärten, Schulen und Seniorenheimen. Gleichzeitig seien mehr Kontrollen vonnöten.



Mitarbeiter des städtischen Ordnungsamtes kontrollierten regelmäßig, ob Geschwindigkeitkeitsbegrenzungen eingehalten werden, hatte Saarbrückens Pressesprecher Thomas Blug damals wissen lassen. Aber gravierende Verstöße seien den Kollegen nicht untergekommen. Weitere Bezirke auf 30 Stundenkilometer zu begrenzen, werde regelmäßig überprüft, aber überall sei das weder möglich noch sinnvoll.

Beim aktuellen Unfall hat ein Autofahrer einen 55-Jährigen erfasst, als dieser die Straße an einem Zebrastreifen überquerte. Durch den Aufprall wurde er 20 Meter durch die Luft geschleudert.