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Und der Busfahrer denkt sich wohl "Ätsch!"

So kann’s gehen : Das Monogramm im Hintern

So ein Smartphone ist sehr praktisch. Aber es kann auch dazu führen, dass man sich so sehr über sich selbst ärgert, dass man an der Bushaltestelle anatomisch unmögliche Verrenkungen in Erwägung zieht.

Wenn meine Oma sich früher über sich selbst so richtig geärgert hat, sagte sie gern: „Da hätte ich mir ein Monogramm in den Hintern beißen können.“ Ich habe nicht die leiseste Ahnung, woher dieser Spruch kommt. Aber seit gestern Morgen kann ich ihn nachvollziehen. Da hätte ich genau das gern gemacht, wenn es auf öffentlicher Straße und anatomisch nicht so unangemessen gewesen wäre.

Oder wie würden  Sie sich wohl fühlen, wenn Sie pünktlich zur Bushaltestelle kommen, auch richtig da stehen - und dann verpassen  Sie trotzdem den Bus? Wie so was geht? Ganz einfach: Sie müssen nur ein Smartphone haben.

Jedenfalls war ich gestern völlig abgehetzt an der Bushaltestelle angekommen. Wie eigentlich fast jeden Morgen. Irgendwie schaffe ich es einfach nicht, zwei Minuten früher loszugehen. Offenbar ist in meinen  Genen festgemeißelt: „Susanne wird ihr Leben lang auf den allerletzten Drücker ankommen.“ Aber das nur am Rande.

Also abgehetzt angekommen. Eigentlich alles gut. Aber ich bin so der Typ Frau, wenn mir was einfällt, will ich es gleich erledigen. Und so ein Smartphone mit der Möglichkeit, zu mailen, zu whatsappen, Terminkalender zu führen und was weiß ich, ist da recht praktisch. Vor allem, wenn ich ganz besonders praktische Ratschläge an den Mann an meiner  Seite habe. Der freut sich immer sehr, wenn ich ihm empfehle, doch dieses oder jenes so und so zu machen. . .

Mit so einer Idee hab ich ihn gestern auch wieder genervt. Und parallel dann noch mit dem Töchterlein geschrieben, das gerade im Zug nach Hause saß. Damit das Ganze schön bequem ist, hatte ich mich auch noch an eine Mauer gelehnt. Alles gut. Irgendwann hatte ich auch noch die Verabredung mit einer Freundin per sms festgemacht und schaute auf. Kein Bus da. Hm, der müsste doch längst da  sein.

Die Uhr auf dem Handy zeigte ganz klar, dass er drei  Minuten über der Zeit war. Und mit einem Mal sickerte etwas aus meinem Unterbewusstsein in mein Bewusstsein.

Da war doch was gewesen, oder? Ein großer, langer Bus womöglich? Laut und eigentlich nicht zu übersehen? Und waren da vorhin nicht noch ein paar andere Menschen an der Haltestelle?

Was soll ich sagen: Ich bin dann zu Fuß gegangen, habe mir vorgestellt, wie der Busfahrer wahrscheinlich „Ätsch!“ gedacht hat. Und habe mich gefragt, wie meine Oma das gemacht hat mit dem Monogramm-in-den-Hintern-beißen. . .