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Barock trifft Moderne
Umbau an der Ludwigskirche wie geplant

Symbolfoto
Symbolfoto FOTO: BeckerBredel
Saarbrücken. Im kommenden Jahr bekommt das Umfeld bis zur Friedenskirche ein neues Pflaster und neue Bäume. Kleine Gehsteige werden verbreitert. Silvia Buss

Die Landeshauptstadt wird bei ihrem Bauprogramm zur Aufwertung des öffentlichen Raums zwischen Ludwigskirche und Friedenskirche nun doch keine Abstriche machen. Dafür sprachen sich bei Stimmenthaltung von FDP, AfD und Freien Wählern am Dienstag alle Stadtratsfraktionen aus. Konkret ging es um 24 neue Platanen und die neue Pflasterung neben der Treppenanlage zum Ludwigsplatz sowie um neue Pflasterung hinter der Friedenskirche, auf die die Verwaltung verzichten wollte, um so an anderer Stelle entstehende Mehrkosten von 480 000 Euro auszugleichen. „Wir haben es im Vorfeld alle befürwortet, das Projekt in allen Details umzusetzen“, betonte Günther Karcher (SPD) und dementierte damit eine Mitteilung der CDU, wonach Rot-Rot-Grün sich einem CDU-Antrag angeschlossen habe.


Das Gesamtprojekt „Barock trifft Moderne“ kostet 4 Millionen Euro und wird zu 90 Prozent vom Bund und zu 10 Prozent vom Land finanziert. Das Bauprogramm Öffentlicher Raum ist nur ein Bestandteil dieses Projekts, das das baukulturelle Erbe des Barock und der Nachkriegsmoderne stärken soll. Die Sanierung der Ludwigskirche etwa ist bereits abgeschlossen.

Zu den Baumaßnahmen im öffentlichen Raum, die die Stadt 2018 umsetzen und bis Jahresende fertigstellen muss, zählt die Neugestaltung des Umfelds der Friedenskirche. „Konzept ist, dass man den Oberflächenbelag vom Ludwigsplatz auf die andere Seite der Eisenbahnstraße überträgt“, erklärt Baudezernent Heiko Lukas. Statt von kleinen, buckligen Gehsteigen wird die Friedenskirche künftig von einer breiten und barrierefreien Fläche aus Natursteinpflaster umgeben sein. Die Arbeiten dazu sollen laut Lukas im April beginnen. Auch die Fahrbahn der Wilhelm-Heinrich-Straße wird in diesem Abschnitt bis Höhe Löwengasse in diese Pflasterfläche einbezogen und später zur Einbahnstraße. Sie wird erst später umgebaut, da die Stadtwerke hier erst ab Mai die Fernwärmeleitung erneuern müssen. Das war bei Beginn der Planungen laut Lukas noch nicht abzusehen.



Eine weitere Überraschung erwartete die Planer in der Eisenbahnstraße vor dem Garelly-Haus-Komplex, wo – sobald die Witterung es zulässt – die Gehsteige verbreitert und gepflastert werden sollen. Dort entdeckten sie Kanäle und Leitungen im Boden, die in keinem Plan verzeichnet waren und erst freigelegt werden müssen. Erst nach Beginn der Planungsarbeiten fand die Verwaltung auch heraus, dass die Straßenbeleuchtung modernisiert werden muss. All diese Unvorhersehbarkeiten führten laut Lukas zu den Mehrkosten. Durch Restmittel aus dem Projekt „Stadtmitte am Fluss“ sollen sie jetzt ausgeglichen werden.

Um Ludwigsplatz und Friedenskirche verbundener wirken zu lassen, wird dazwischen in der Eisenbahnstraße ein ebenfalls gepflasteter, barrierefreier Mittelstreifen über die gesamte Breite des Ludwigsplatzes angelegt. Wenn all diese Arbeiten fertig sind, wird der Gehsteigbereich auf der Seite vor dem Ludwigsplatz neu gepflastert. Damit auch er barrierefrei wird, werden zwei Treppenstufen entfernt. Bereits im Januar werden neben der Treppe die Bäume abgeholzt. Ersetzt werden sie später links und rechts durch je zwölf Platanen, die in Reih und Glied stehen werden. Diese geordnete Bepflanzung entspricht laut Lukas der barocken Ästhetik und passe deshalb besser zum Ludwigsplatz.

Während der Bauarbeiten wird die Eisenbahnstraße zwischen Vorstadt- und Stengelstraße abwechselnd halbseitig gesperrt sein. Stadteinwärts könne man sie jedoch immer befahren, stadtauswärts werde der Verkehr über die Keplerstraße umgeleitet, erklärt dazu Stadtplaner Matthias Kurz. An der Ecke Kepler-/Vorstadtstraße werde der Verkehr zudem durch eine temporäre Ampelanlage geregelt werden. Parallel zu all diesen Maßnahmen wird das Grünamt die denkmalgeschützte Stengelanlage restaurieren.