Tobias Schäfer spielt Pipedrumz in der Saarbrücker Fußgängerzone

Hobby-Trommler : „Das bereichert mich ungemein“

Tobias Schäfer tourt mit seinen selbst gebauten Pipedrumz durch Saarbrücken und begeistert Groß und Klein.

Der Ohrwurm „Seven nation army“ ist „sein“ größter Hit. Man kennt ihn aus den Fußballstadien der ganzen Welt. Immer wenn Tobias Schäfer am Wochenende in der Saarbrücker Bahnhofstraße seine Pipedrumz spielt, scharen sich schnell Dutzende Zuschauer um ihn herum. Dann zücken sie ihre Handys, machen Fotos und Videos. „Seven nation army spiele ich immer nur ein paar Sekunden an, ansonsten spiele ich eigene Melodien“, sagt der Student der Pharmazie, der kurz vor seinem Abschluss an der Universität des Saarlandes steht.

Die Pipedrumz hat er selbst gebaut. „Das sind ganz gewöhnliche Abwasserrohre aus dem Baumarkt. Die habe ich so zugeschnitten, dass jedes der zehn Rohre einen eigenen Ton erzeugt“, sagt der 27-Jährige, der aus St. Ingbert stammt. Wie kam er auf die Idee? „Ich spiele Schlagzeug und habe schon früher mit einem Studienkollegen Straßenmusik gemacht. Das wollte ich immer schon machen. Und dann habe ich zusammen mit meinem Vater, der Handwerker ist, die Pipedrumz gebaut.“ Der Clou dabei ist: Die Pipedrumz sind mobil, Schäfer hat Räder dran montiert, mit denen er bequem den Platz wechseln kann. „Mit einem üblichen Schlagzeug wäre das nicht möglich. Als Straßenmusiker muss ich ja alle halbe Stunde den Standort wechseln. Das ist ohnehin nur an einigen Stellen in der Bahnhofstraße erlaubt.“ Damit er überhaupt spielen darf, braucht er für jedes Wochenende eine Genehmigung von der Stadt. Die besorgt er sich dann freitags, und dann kann es am Wochenende losgehen.

„Das bereichert mich ungemein. Ich treffe unheimlich viele Leute, denen ich sonst nie begegnet wäre“, sagt Schäfer. Dazu gehören auch zwei kleine Jungs, die sich kurz vorher im Kaiserviertel Tiergesichter haben schminken lassen. „Die waren schon bei der letzten Station dabei und haben gefragt, ob sie mitkommen und spielen dürfen“, sagt Schäfer mit einem Schmunzeln. Sie dürfen. Der sechsjährige Anton Schlaucher haut dann auch richtig auf die Pauke, was ihm großen Spaß macht. „Der kennt sich aus“, sagt der Profi anerkennend zu Antons Mutter Andrea. „Es ist selten, dass ein Kind sich in so kurzer Zeit so konzentriert mit diesem Schlagzeug beschäftigt“, meint Schäfer.

Das will auch die neunjährige Jasmin Zbidie ausprobieren. Sie versucht etwas vorsichtiger, was man mit den Pipedrumz anstellen kann. Musik macht ihr jedenfalls Spaß. „Gestern erst hat sie zum ersten Mal im Chor in ihrer Grundschule gesungen“, sagt ihre Mama Sabine.

Aber Tobias Schäfer hat auch erwachsene Fans. Wie die junge brünette Frau mit den bunten Tattoos auf den Oberarmen, die er auch mal trommeln ließ. Zum Dank fiel sie ihm um den Hals. Wer am nächsten Wochenende exotische Paukenschläge hört, kann sich sicher sein, dass Tobias Schäfer in der Nähe ist und wieder im Takt mit seinen Klöppeln auf die Rohre und einen alten Tischtennisschläger haut. Vielleicht dürfen Sie ja auch mal spielen....

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