Thomas Schadt aus St. Arnual arbeitet gern am Beckenrand

Im Schwimmbad groß geworden : Bademeister aus Leidenschaft

Der St. Arnualer Thomas Schadt arbeitet im Sommer im Saarbrücker Totobad, im Winter im Fechinger Hallenbad.

Die komplette Reinigung des Fechinger Hallenbades stand am Montagmorgen an. Danach ging es an die Außenanlage inklusive Parkplätze. Am Nachmittag kamen Vereine und hielten ihre wöchentlichen Schwimmstunden ab. „Es gibt immer etwas zu tun. Selbst im Freibad muss im Winter gearbeitet und regelmäßig nach der Technik geschaut werden“, erklärt Thomas Schadt. Der 42-Jährige ist seit 18 Jahren von April bis September der Bademeister im Saarbrücker Totobad und von Oktober bis März der Bademeister im Fechinger Hallenbad.

Fachangestellter für Bäderbetriebe heißt der Beruf offiziell, aber der St. Arnualer sagt selber auch lieber Bademeister. „Ich bin quasi im Totobad in Saarbrücken groß geworden. Meine Oma hat dort früher gearbeitet, und ich war als Kind im Sommer so gut wie jeden Tag im Schwimmbad“, erzählt Thomas Schadt von den Anfängen seiner Schwimmbad-Leidenschaft. Eine Leidenschaft, die er erst nach Umwegen zum Beruf machen konnte. „Ende der 1990er Jahre war keine Lehrstelle frei, also habe ich zuerst eine Tischlerlehre abgeschlossen. Als dann eine Stelle bei den Saarbrücker Bädern frei wurde, habe ich sofort umgeschult. Es ist schon eine Art Traumberuf, das kann man so sagen“, betont der 42-Jährige. Mit vorgeschrittenem Alter findet er die Ruhe der Wintersaison angenehm. In der Sommersaison liebt er das Arbeiten in der Sonne und an der frischen Luft. Allerdings kommen in Spitzenzeiten im Sommer bis zu 8000 Badegäste in das Freibad am Schwarzenberg (Totobad), wo er stellvertretender Betriebsleiter ist. „In dieser Zeit ist die Arbeit den ganzen Tag richtig stressig und man muss immer voll konzentriert sein“, berichtet der St. Arnualer, dem drei Vorfälle ganz besonders in Erinnerung geblieben sind. „Vor etwa zehn Jahren haben Badegäste ein bewusstloses Kind am Beckenrand entdeckt. Nachdem ich es in die stabile Seitenlage gebracht hatte, hat es sich übergeben und war danach wieder ansprechbar. Zwei weitere Menschen hatten im Schwimmbad einen Herzinfarkt, überlebten aber ebenfalls“, erzählt Thomas Schadt. Vorfälle in der Fechinger Hallenbad-Saison sind eher selten. Allerdings plätscherte es vor einigen Jahren bei Aufräumarbeiten in der Weihnachtszeit gewaltig im Freibad. „Ein Wildschwein hatte sich verirrt und ist ins Freibad gestürzt. Es hat einige Zeit gedauert, bis das Schwein wieder aus dem Wasser war“, erinnert sich der Bademeister, der zu Fechingen noch einen weiteren Bezug hat.

Vor zwei Jahren hat Thomas Schadt als Trainer des Fußballvereins Fechingen die erste Mannschaft zur Meisterschaft in der Kreisliga A Halberg geführt und gleich in der folgenden Saison auch zum Aufstieg in die Landesliga, wo der Verein heute spielt. Fußball spielt der 42-Jährige heute aber nur noch selten. Seine Fitness holt er sich auch im Schwimmbad. „Die Arbeit hält einen fit, zudem gebe ich dreimal pro Woche Aquajogging-Kurse. Im Winter gehe ich oft Skifahren“, erzählt der Saarbrücker, der im Prinzip das ganze Jahr lang Bademeister ist. Sogar an Heiligabend und Silvester. „An den beiden Tagen hatten wir bis 13 Uhr in Fechingen geöffnet. Man mag es bei allem Weihnachtsstress vielleicht nicht glauben, aber an diesen beiden Tagen kommen viele Badegäste und ziehen ihre Bahnen“, berichtet Schadt.