So kann’s gehen : Tempo 30 mit Känguru

Beim Urlaub in Frankreich hat unsere Kollegin eine erstaunliche Entdeckung gemacht und hätte sowas gern auch in Saarbrücken.

In den Ferien waren wir in der wunderschönen Charente-Maritime. Nicht nur, dass wir uns dort in wohltuender Stille, inmitten von Weinbergen und Sonnenblumenfeldern, prächtig erholt haben. Wir haben auch etwas entdeckt, das wir jetzt aber bitte auch gern im  Saarland hätten.

Im pittoresken Örtchen Champagne en Charente ist die Durchgangsstraße recht breit. Die Anwohner hätten verständlicherweise aber gern, dass da trotzdem Tempo 30 gefahren wird. Und dafür haben sie sich etwas ausgedacht: Straßenschilder, aber nicht irgendwelche.

Es fängt erst mal harmlos an mit dem „Tempo 30“-Schild, das wir alle kennen, ergänzt durch das Warndreieck mit spielenden Kindern. Ein bisschen überraschter waren wir  schon beim nächsten Schild: Da war auf dem Warnschild das Bild eines springenden Hundes zu sehen. Originell, dachten wir – und passierten alsbald das Bild einer buckelnden Katze.

Aber es wurde noch doller: Ein paar Meter weiter entdeckten wir  eine Oma mit Rollator auf dem Schild. Mittlerweile fuhren wir fast Schrittgeschwindigkeit, weil wir das nächste Schild nicht verpassen wollten. Und wir wurden nicht enttäuscht: Eine freundliche Schildkröte aalte sich im roten Rahmen. Das Gelächter im Auto war groß. Und wurde noch größer, als wir kurz darauf ein Schild mit Känguru entdeckten. . .

Fast waren wir schon durch das hübsche Örtchen durch, da kam die Krönung: Allen ernstes zierte ein  Weihnachtsmann das letzte „Tempo 30“-Schild.

Seither überlege ich, wie wir diese zauberhafte Idee aufs Saarland anwenden könnten. Der Weihnachtsmann geht bei uns ja eher nicht. Jedes Kind weiß, dass der Saarbrücker Weihnachtsmann hoch über der Straße fliegt. Aber ein paar andere Motive könnte ich mir vorstellen:  Wie wäre es zum Beispiel mit einem lächelnden  Lyoner? Oder einer „Roschtwurscht im halbe Weck“. Für einen schönen, dreibeinigen Schwenker würden die meisten Saarländer sicher auch langsamer fahren. Und für Hansi Urpils würden womöglich einige sogar eine Vollbremsung hinlegen...

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