Tage der Bildenden Kunst am 23. und 24. September Das große Glück, von Kunst zu Kunst spazieren zu gehen

Saarbrücken · Für Menschen, die sich für Bildende Kunst begeistern, sind diese Tage ein Muss. Wenn am letzten September-Wochenende wieder überall in der Stadt Ateliers fürs Publikum geöffnet werden, sind sie in ihrem Element. Einer dieser Menschen ist Gabriele Andler. Sie ist seit Jahren ein Fan der Tage der Bildenden Kunst in Saarbrücken.

 Kunst-Freundinnen: Gabriele Andler (rechts) im Atelier von Annette Marx im Nauwieser Viertel. Sie durchstreift seit mindestens zehn Jahren regelmäßig bei den Tagen der Bildenden Kunst die offenen Ateliers. Ihre Spaziergänge beginnen oder enden aber stets bei Annette Marx.

Kunst-Freundinnen: Gabriele Andler (rechts) im Atelier von Annette Marx im Nauwieser Viertel. Sie durchstreift seit mindestens zehn Jahren regelmäßig bei den Tagen der Bildenden Kunst die offenen Ateliers. Ihre Spaziergänge beginnen oder enden aber stets bei Annette Marx.

Foto: Iris Maria Maurer

Gabriele Andler begeistert sich für Kunstwerke. Die Illingerin, die ein Institut für Yoga und Achtsamkeit leitet und einen eigenen Verlag führt, ist daher eine treue Anhängerin der Tage der Bildenden Kunst. Seit über zwanzig Jahren organisiert das Kulturamt der Landeshauptstadt diese Veranstaltung am letzten Septemberwochenende, indem sie eine Broschüre herausgibt, in der die Ateliers von Künstlerinnen und Künstlern aufgelistet sind, die an diesem Wochenende ihre Türen für Besucher geöffnet haben.

„An diesem Wochenende sieht man so viele Kunstwerke und kann so interessante Gespräche führen“, erläutert Gabriele Andler ihre Vorfreude auf das Wochenende. Eigentlich hat sie sich schon immer für Kunst interessiert, hat sogar mal einen Kurs in Tina Steins Malschule im Nauwieser Viertel besucht. „Aber malen ist nichts für mich. Ich schaue mir Kunstwerke lieber an und lasse mich inspirieren“, sagt sie lachend.

Tina Stein ist eine gute Bekannte von ihr, man hat gemeinsame Freunde. Als Gabriele Andler zum ersten Mal auf einer Ausstellungseröffnung in deren Atelier war, hat sie auch ihr erstes Gemälde gekauft. Seither besucht Gabriele Andler regelmäßig das Atelier von Tina Stein, gerade auch an den Tagen der Bildenden Kunst. „Denn das ist immer so spannend. Da stellen ja auch ihre Schülerinnen und Schüler aus, und im Laufe der Jahre kann man deren Entwicklungen nachvollziehen“, erzählt sie.

Als Gabriele Andler die Künstlerin Annette Marx kennenlernte, die ebenfalls im Nauwieser Viertel ihr Atelier hat, lud die Künstlerin sie ganz gezielt zu den Tagen der Bildenden Kunst in ihr Atelier ein. „Denn die Tage der Bildenden Kunst sind mir ganz wichtig. Es kommen dann immer viele Besucher ins Atelier, die sich Zeit nehmen und über die Kunst reden wollen, die sich richtig interessieren. Das macht so viel Spaß“, erklärt die Künstlerin.

Was vor vielen Jahren mit einer lockeren Einladung zu einem unverbindlichen Besuch im Atelier während der Tage der Bildenden Kunst begonnen hat, ist mittlerweile eine Freundschaft geworden. Daher erzählt Gabriele Andler auch, dass sie ihre Kunstspaziergänge an diesem Wochenende immer im Atelier von Annette Marx beginnt oder hier beendet.

„Ich weiß gar nicht genau, wann ich das erste Mal bei den Tagen der Bildenden Kunst unterwegs war. Aber ich bin bestimmt schon über zehn Jahre treue Besucherin der offenen Ateliers“, erzählt sie. Als Erstes besorgt sie sich zur Vorbereitung die Broschüre des Kulturamts. „Anfangs habe ich mir dann ganz akribisch Notizen gemacht, mir ganz viele Ateliers rausgesucht, die ich unbedingt sehen wollte“, sagt sie. Dann aber hat sie festgestellt, dass sich das gar nicht so gut durchführen lässt. „Man führt in den Ateliers Gespräche, redet mit Künstlern und anderen Besuchern. Diese tollen Gespräche sind der Reiz dabei. Man erfährt auch viele Hintergrundinformationen. Und da dauert ein Gespräch dann auch schon mal eine Stunde“, erklärt sie.

Und manchmal trifft man auch Bekannte in den Ateliers. „Das ist mir auch schon passiert. Dann fragt man, „Na, wo ward ihr schon, was habt ihr schon gesehen“, und gibt sich gegenseitig Tipps und Empfehlungen. Und dann ist jeder Plan, den man sich vorher gemacht hat, hinfällig geworden“, sagt sie lachend.

Mittlerweile lässt sie es daher etwas lockerer angehen, sucht sich drei Ateliers heraus, die sie besuchen möchte. Aber die Broschüre in der Hand ist ein Muss für sie. „Ich besuche gerne Gemeinschaftsateliers oder -ausstellungen. Dann gibt es häufig ein Thema, das gemeinsam umgesetzt wurde. Das finde ich immer spannend“, erzählt sie weiter.

Neben den Ateliers von Tina Stein und Annette Marx schaut sie sich auch gerne im Kulturzentrum am Eurobahnhof, KuBa, mit seinen vielen Künstlerateliers um. „Dort habe ich auch Martin Steinert kennengelernt, dessen Werke ich seither bewundere“. Aber Anfang oder Ende ihres Kunstspaziergangs bildet das Atelier von Annette Marx. Mittlerweile sind die beiden Frauen gut befreundet, treffen sich auch privat.

Die beiden haben sogar ein eigenes Kunstprojekt umgesetzt. Denn wenn Gabriele Andler auch nicht malt, so schreibt sie doch Gedichte. Und irgendwann hatten die beiden Frauen die Idee, Annette Marx‘ Kunstwerke mit Gabriele Andlers Haikus, einer sehr kurzen, japanischen Gedichtform, zu kombinieren. Diese Kooperation konnten sie sogar in zwei Ausstellungen präsentieren, ein Buch darüber existiert auch.

Was mit den Tagen der Bildenden Kunst begonnen hat, hat also mittlerweile schon selbst zu Kunst inspiriert. Da wundert es nicht, dass sich Gabriele Andler schon sehr auf das Wochenende freut, sogar ihren Urlaub danach plant. „Es ist immer so schön. Und man hat einfach sehr viel tolle Kommunikation“.

Die Tage der Bildenden Kunst finden in diesem Jahr am Samstag, 23. und Sonntag, 24. September statt. Broschüren mit teilnehmenden Ateliers liegen im Rathaus St. Johann aus. Weitere Infos unter: www.saarbruecken.de/kultur/kunstraum_saarbruecken/tage_der_bildenden_kunst

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