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SZ-Redakteur Markus Saeftel wundert sich über trübe Gedanken beim Sport

So kann’s gehen : Optimismus hilft gegen Trübsinn

Die ständige Berichterstattung über die Corona-Mutationen scheint sich irgendwie auf das Unterbewusstsein auszuwirken. Höchste Zeit also, dass es mit dem Impfen auf beiden Seiten der Grenze vorangeht.

Corona, Corona, Corona: Ein Thema beherrscht die Berichterstattung in den Medien seit einem Jahr. Bisher habe ich mich nicht kirre machen lassen. Die Sondersendungen im Fernsehen wegen der Pandemie schau ich gar nicht mehr an, weil sie mich trübsinnig machen. Aber natürlich achte ich darauf, die AHA-Regeln einzuhalten: Maske tragen, Abstand halten, immer schön Hände waschen.

Aber irgendwie haben die Nachrichten über die sehr ansteckenden Corona-Mutationen ihre Spuren in meinem Unterbewusstsein hinterlassen. Denn mir ist Folgendes passiert: Ich jogge an einem sonnigen Morgen im Wald in St. Arnual und genieße den Frühsport. Da kommt mir eine freundliche Frau entgegen. Ich sage „Hallo“ und entgegen vieler deutscher Zeitgenossen, die meinen Gruß oft ingnorieren, antwortet sie mit einem netten „Bonjour“. Das ist hier in Grenznähe nichts Besonderes. Doch plötzlich schießt mir ein Gedanke durch den Kopf. Was, wenn die Frau die Corona-Mutation in sich trug? Hat’s mich jetzt auch erwischt? Doch schnell bin ich wieder bei Sinnen. Blödsinn, denke ich sofort – und bin trotzdem entsetzt über mich selbst. Wie kann ich nach den Berichten über die Mutationen in Lothringen nur denken, dass jeder Franzose, der an mir vorbeiläuft, sich mit der Corona-Mutation angesteckt haben könnte? Ich schäme mich für diese Gedanken.

Dabei schätze ich es sehr, dass ich in normalen Zeiten problemlos über die Grenze fahren kann und hier im Saarland die deutsch-französische Freundschaft gepflegt wird. Ich bleibe Optimist und freue mich zum Beispiel schon darauf, dass hoffentlich im Sommer viele Menschen geimpft sind und ich mit meinen französischen Freunden wieder kicken kann. Spätestens dann ist Schluss mit diesen trüben Gedanken.