"Sturm der Liebe" und GZSZ: Dieter Bach hat in Saarbrücken gelernt

Schauspiel-Star : „Wir waren schon eine tolle Truppe“

Dieter Bach ist ein echter Fernseh-Star. Als Christoph Saalfeld im „Sturm der Liebe“ ist er täglich in deutschen Wohnzimmern zu Gast.

„Trainierte Schultern, lässiger Drei-Tage-Bart und tiefgründige grau-grüne Augen zum Dahinschmelzen. Wer würde da nicht schwach werden?“ schrieb die „Bunte“, als Dieter Bach 2015 in die Daily Soap „Gute Zeiten Schlechte Zeiten“ als Krankenhaus-Kardiologe eintrat.

Heute sehen ihm täglich Millionen Zuschauer von Island bis Bulgarien zu, wenn er sich in „Sturm der Liebe“ bemüht, den „Fürstenhof“ am Laufen zu halten.

Seit 2017 gibt der Schauspieler in der erfolgreichsten ARD-Telenovela aller Zeiten den Hoteldirektor Christoph Saalfeld, der gerade von den Frauen ganz schön was einstecken muss.

So viel Bildschirmpräsenz bleibt nicht ohne Folgen. Selbst im Italienurlaub kämen Leute auf ihn zu, weil sie ihn kennen, erzählt Dieter Bach am Telefon während einer kurzen Drehpause in den Bavaria-Studios. Lästig findet er die Fans aber nicht. „Es sind überwiegende schöne Begegnungen, und sie sprechen mich auch auf andere Rollen an, ich bin ja schon seit Ende der 80er-Jahre im Geschäft“, sagt der 55-Jährige, der zwischen Berlin und München pendelt.

Dieter Bach in jungen Jahren. Von Saarbrücken aus hat er eine steile Karriere gestartet. Foto: Dieter Bach

Sein Rüstzeug für den Beruf des Schauspielers hatte sich der gebürtige Kölner zuvor von 1986 bis 1989 in Saarbrücken erworben. Damals, als auch Lutz Hübner, Andreas Windhuis, Michael Schmitter und Şiir Eloğlu, die wir in unserer Serie bereits vorgestellt haben, dort studierten.

Es stimme schon, was die einstigen Kommilitonen sagen, dass man gehadert habe, weil die Saarbrücker Schauspielschule so klein war und man weite Touren machen musste, um andere wichtige Theater kennenzulernen, meint Bach. Das hatte aber auch eine abenteuerliche Seite. „Wir sind mal im Semester mit sechs oder sieben Leuten in einem alten Citroën sechs Stunden über die Autobahn nach Bochum gefahren, um da die ,Hermannsschlacht’ von Peymann zu sehen, und danach gleich wieder zurück“, fällt ihm da ein.

Langweilig war die Zeit auf jeden Fall nicht. Eher so wie in dem Film „Fame“, findet Bach rückblickend: „Wir waren eine tolle Truppe, wir haben Partys gefeiert mit Aufführungen, die viel Spaß machten“. Dennoch wollte er die Schule möglichst schnell beenden und ging 1989 mit einem vorgezogenen Abschluss.

Bach hatte sich da nämlich schon ein Engagement verschafft beim Tanztheater Bremen, wo Rotraut de Neve und Heidrun Vielhauer damals mit Schauspielern und Tänzern gemeinsam ziemlich aufregende innovative Stücke kreierten. Vorm Tanzen war Bach nicht bange, schon mit 15 hatte er in Köln Jazzdance-Unterricht genommen.

Schon als Kind wusste er auch, er will mal auf die Bühne. „Mein frühester Wunsch war es aber, Sänger zu werden, ich hab immer in den Opern- und Operettenplatten meiner Eltern herumgekramt und im Kinderkirchenchor Solo gesungen, bis hin zu Mozartmessen“, verrät der Musikliebhaber, der sich während des Stimmbruchs fürs Schauspiel umentschied. Weil es ihn doch mehr zum Sprechtheater zog, verließ Bach Bremen nach eineinhalb Jahren und spielte an Schauspielhäusern in Hamburg, Köln, Wien und Berlin.

Acht schöne befriedigende Theaterjahre seien das gewesen, resümiert er. Besonders gern denkt er an Kushners „Angels in America II“ zurück. „Die deutschsprachige Erstaufführung in Wien 1997 war einer meiner größten Erfolge.“

Getreu dem Motto, wenn’s am schönsten ist, sollte man gehen, entschied sich Bach, der da schon erste Dreherfahrungen gemacht hatte, fortan Film und Fernsehen den Vorzug geben. Mit einem Stipendium für den Hollywood Acting Workshop ausgestattet, ließ er sich in Los Angeles dafür das Handwerk beibringen.

Es folgten viele Drehangebote für Kino- und Fernsehfilme und auch Serien wie „Hinter Gittern – Der Frauenknast“. Wobei Bach, wie er betont, das Theaterspielen nie ganz aufgab, sogar mal vier Spielzeiten wieder fest am Staatstheater Kassel wirkte.

Seit zweieinhalb Jahren aber ist Dieter Bach nun als Christoph Saalfeld im Einsatz – und ist es gern. Es sei einfach toll, eine Rolle zu haben, die man über einen so langen Zeitraum mitgestalten und bei der man sich ausprobieren könne, sagt Bach.  Auch wenn ihm bisher noch nicht langweilig sei, möchte er sich generell nicht zu langfristig verplanen lassen, sagt Bach. Seine Traumrolle für die Zukunft? „Ich würde ganz gerne mal den Bösewicht in einem James-Bond-Film  spielen, so à la Curt Jürgens“, verrät der Schauspieler, „das wäre doch toll“.