Student Venoth Nagarajah aus Saarbrücken startet mit Tunu durch

Supermarkt der Zukunft? : Saarbrücker entwickelt intelligente Automaten

Der 26-jährige Venoth Nagarajah aus Saarbrücken will mit einem intelligenten Lebensmittel-Automaten den etwas anderen Tante-Emma-Laden im Saarland etablieren. Ein namhaftes Warenhaus konnte er bereits von seinem Konzept überzeugen.

Hübsch garnierte asiatische Suppen, mit Kaviar veredelte Jakobsmuscheln, Wagyu-Fleisch auf Toast: An Rezeptideen fehlt es in Zeiten von Social Media wahrlich nicht. An einem modernen Einkaufserlebnis hingegen schon, sagt der Gründer des Saarbrücker Start-Ups Tunu, Venoth Nagarajah. „Die Supermärkte schließen im Saarland schon früh. Produkte bei der Tankstelle ums Eck und Kochboxen, die nach Hause geliefert werden, sind für Studenten einfach zu teuer. Und manchmal hat man einfach keine Lust, im nächsten Supermarkt Schlange zu stehen.“

Seine Lösung: Intelligente Lebensmittel-Automaten, die Produkte für mehrere festgelegte Gerichte enthalten und 24 Stunden am Tag in Betrieb sind – bis der Käufer das Produkt entnimmt, sei die Kühlkette gewährleistet. Über einen Bildschirm kann der Kunde eines der tagesaktuellen Gerichte auswählen, angeboten werden sowohl fleischhaltige als auch vegane Kochboxen. Wenn einige der Zutaten bereits zu Hause stehen, gibt es die Möglichkeit, nur einzelne Produkte zu kaufen. Eine dazugehörige App informiert, wo der nächste Automat ist und welche Kochboxen zur Verfügung stehen. Außerdem liefert die App Rezeptideen und ermöglicht Vorbestellungen.

Gegründet hat der 26-jährige Student der Betriebswirtschaftslehre (BWL) das Start-Up-Unternehmen Tunu vor anderthalb Jahren. Einige Monate später holte er sich zwei Mitbegründer ins Team: Nikolai Kamenev und Sebastian Schumann. Tunu, ein Wort aus der maorischen Sprache, bedeutet ganz einfach kochen. „Kurz, griffig, prägnant“, erklärt Venoth die Wahl des Namens.

Die Idee dazu entwickelte er aus der eigenen Not heraus. „Ich sehe meinen besten Freund nur am Wochenende, und wir kommen ständig in die Situation, dass wir abends zusammen kochen wollen, aber die Märkte schon geschlossen haben. Oder wir haben uns im Internet ein Rezept rausgesucht und stehen dann enttäuscht vor den Regalen, weil es einige der Zutaten nicht gibt“, berichtet Venoth.

Mit seinem Konzept will er aber nicht in Konkurrenz zu Supermärkten treten. Im Gegenteil. Seine Automaten sollen eine Ergänzung zu deren Angebot sein. Auch preislich soll sich das Angebot aus dem Lebensmittel-Automaten nicht stark vom Angebot im Supermarkt unterscheiden.

So sollen die Lebensmittel-Automaten aussehen. Foto: Tunu

Gemeinsam mit der Globus Holding arbeitet Venoth an der Entwicklung des ersten „Cubes“, wie die Automaten heißen. Ende des Jahres startet die Testphase. Auf dem Parkplatz des Globus-Marktes in Güdingen können Kunden dann den „Supermarkt der Zukunft“ testen. Ein großer Erfolg für den HTW-Studenten, der bereits in großen Dimensionen denkt: „Mein Ziel ist, dass mein etwas anderer Tante-Emma-Laden irgendwann in jedem Dorf steht.“

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