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Geplatzter Aufstiegstraum
Stroke-Eleven-Squasher steigen nicht auf

Saarbrücken. Die Vereinsgeschichte der Saarbrücker Squash-Sportler hätte nach einer guten Spielzeit um den größten Erfolg reicher sein können. Am letzten Spieltag der Oberliga platzte jedoch der Aufstiegstraum.

Es hätte der größte Erfolg der noch jungen Vereinshistorie werden sollen: Als Tabellenzweiter reisten die Squashspieler des SC Stroke Eleven Saarbrücken im März ins rheinland-pfälzische Bornheim, wo im dortigen Freizeitcenter der letzte Spieltag der Oberliga stattfand. Dieser Platz hinter dem feststehenden Meister SC Rhein-Neckar II hätte zum Regionalliga-Aufstieg gereicht.


Doch nach zwei glatten 0:4-Niederlagen in den Partien gegen Gastgeber SC Bornheim sowie den neuen Titelträger war das Vier-Punkte-Polster auf den SC Mainz verspielt. Die Rheinhessen zogen mit zwei Siegen und zwei Zählern mehr noch vorbei auf Rang zwei. „Unser Ziel war natürlich der Aufstieg“, sagt Jens Enge, der Vorsitzende des Squashclubs: „Nach unseren zwei vierten Plätzen haben wir diesmal umso mehr auf die Regionalliga geschielt. Leider ist uns erneut auf der Zielgeraden die Puste ausgegangen“, blickt der 55-Jährige etwas wehmütig auf die vertane Chance.

Gegen zwei starke Gegner hatte der Ausfall des französischen Topspielers Thomas Rimlinger entscheidenden Anteil am verpassten Aufstieg. Er war mit 14 Siegen in 16 Partien der Saarbrücker Punktgarant schlechthin. „Wir sind eben eine relativ kleine Mannschaft, der ein solcher Ausfall besonders weh tut“, sagt der Vorsitzende. Und so kam Stroke Eleven erneut jemand in die Quere – was ungewollt zum Vereinsnamen passt: Der englische Begriff „Stroke“ bezeichnet einen gutgeschriebenen Punkt wegen einer Behinderung des Gegenspielers. Eleven, das englische Wort für elf, geht auf das Gründungsjahr 2011 zurück: „Außerdem geht es beim Squash witzigerweise bis elf Punkte, und das Nomen ,Eleven’ steht für Schüler, was zu uns als jungem Verein gut passt. Gleiches gilt für Stroke, da man sich als Squash-Anfänger doch häufiger im Weg steht“, erläutert Enge die Namensgebung durch „sieben Squash-Enthusiasten“, die den SC damals aus der Taufe hoben. Mittlerweile hat er rund 20 Mitglieder, „fast die Hälfte davon Franzosen“, verrät der gebürtige Berliner, der Anfang der 1990er mit 30 Jahren recht spät mit Squash begann. Das kann bei Stroke Eleven gerne jeder tun: „Wir freuen uns sehr über jeden Neuling, denn unser toller Sport leidet darunter, dass sich nur schwer Nachwuchs finden lässt“, sagt Enge.



Er schätzt Squash als „sehr aktiven Sport, bei dem man nicht nur ordentlich Kalorien verbrennt, sondern den ganzen Körper trainiert. Dazu kann man sehr lange spielen.“ Die Spieler von Stroke Eleven trainieren montags ab 18.15 Uhr im Tenniscenter Güdingen.

Als Trainer steht den Saarbrückern Johannes Voit zur Seite. Der St. Ingberter spielt seit Jahren Bundesliga, aktuell beim SC Monopol Frankfurt in der Südstaffel, der seit zwei Jahren mit dem SC Güdingen auch ein saarländischer Club angehört. Für Enge ein Punkt, der für die „Randsportart“ positiv ist: „Ein Bundesligist kann uns ja nur weiterbringen. Nach der schweren Phase ab Ende der 90er ist Squash auch wieder im Aufwind“, sagt der Marketingbeauftragte im Landesverband Saar Squash & Racket Verband (SSRV).

Das gilt auch in den eigenen Reihen, denn zur neuen Saison wird erstmals eine zweite Mannschaft in der Verbandsliga gemeldet. Dort holte Stroke Eleven 2015 mit 19 Siegen und drei Remis (es gibt gewonnene und verlorene Unentschieden für zwei und einen Punkt) die erste Meisterschaft der Clubgeschichte. Bald soll zumindest der zweite Aufstieg folgen. „Dann heißt es für uns: neues Spiel, neues Glück. Wir werden versuchen, es im dritten Anlauf zu schaffen“, blickt Enge auf das im September erneut anlaufende „Unternehmen Regionalliga“.