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Max-Ophüls-Preis
Staudte-Biograph Malte Ludin kommt nach Saarbrücken

Saarbrücken. Malte Ludin, Staudte-Biograph, ist Gast bei der Staudte-Hommage während des Filmfestivals Max-Ophüls-Preis. Am kommenden Dienstag, 15. Januar, 18 Uhr, wird im Kino achteinhalb, Nauwieserstraße 19, Wolfgang Staudtes „Die Dreigroschenoper“ aus dem Jahr 1963 gezeigt. red

Ludin übernimmt die Moderation.


Von ihm stammt die Rororo-Monographie über Staudte (1995) und der Dokumentarfilm „Kein Untertan“ (1976). 2005 drehte er „2 oder 3 Dinge, die ich von ihm weiß“, eine Auseinandersetzung mit seinem Vater, Hanns Ludin, der 1947 in Bratislava als Kriegsverbrecher hingerichtet wurde. Für Ludin sei die Beschäftigung mit Wolfgang Staudte, der sich für Pazifismus eingesetzt und sich zu seiner eigenen Feigheit während des Krieges bekannt hatte, ein notwendiger Schritt gewesen, bevor er sich der Geschichte seines Vaters und dieser Aufarbeitung hatte zuwenden können. Ludin, der die Erinnerungsarbeit der Wolfgang Staudte Gesellschaft für den 1906 in Saarbrücken geborenen Regisseur als notwendige filmkulturelle und –politische Arbeit zur Sicherung des Filmerbes sehr schätze, wird vorher, zwischen 14.30 und 15 Uhr, das saarländische Landesarchiv besuchen, in dem der Großteil des Staudte-Nachlasses liegt und digitalisiert wurde.