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Starke Kritik an cts nach Schließungsplänen für Klinik St. Josef in Dudweiler

Nach Schließungsplänen für Klinik in Dudweiler : Viel Kritik an geplanter Schließung der Dudweiler Klinik

Die Entscheidung der katholischen Caritas-Trägergesellschaft Saarbrücken (cts), das Dudweiler Krankenhaus St. Josef bis 2025 zu schließen, hat am Freitag teilweise starke Kritik aus Politik und Gesellschaft geerntet.

Die cts plant, Betten und Personal zu ihrem Standort St. Theresia auf den Rastpfuhl verlagern, womit zahlenmäßig das zweitgrößte Krankenhaus im Land entstünde.

Entscheidungen, ob etwas geschlossen werde oder nicht, obliege dem Gesetzgeber „und nicht der Willkür eines katholischen Trägers“, teilte der Verdi-Pflegebeauftragte Michael Quetting mit. „Eine Maßnahme auf dem Rastpfuhl bedarf auch einer Abstimmung mit dem Winterberg. Eine bedarfsorientierte Versorgungssteuerung verlangt nach demokratischer Mitwirkung. Die Krankenhäuser gehören der Bevölkerung und nicht den neoliberalen Marktstrategen,“ so Quetting. Nach den Schließungen in Wadern, Dillingen, Losheim und Ottweiler gehe das Kliniksterben laut des Verdi-Pflegebeauftragten nun weiter.

Auch Tobias Raab, zuständiger Beigeordneter für Gesundheit und Soziales der Landeshauptstadt, hat die cts für ihr Vorpreschen mit den Schließungsplänen in Dudweiler kritisiert. „Für das Vorpreschen der Caritas bei diesem sensiblen Thema habe ich kein Verständnis. Auf die Verlässlichkeit der Caritas wirft dieses Vorgehen kein gutes Bild“, teilte Raab mit. Zudem seien viele Fragen noch offen: „Wir wissen nicht, wie die Erweiterungspläne am Rastpfuhl konkret aussehen sollen. Daher können wir derzeit auch nicht beurteilen, ob diese baurechtlich überhaupt umsetzbar sind.“ Man sei am Donnerstag „sehr kurzfristig“ informiert worden.

Nach Meinung der FDP Saar zeige die beabsichtigte Schließung der Klinik in Dudweiler, dass die Krankenhausplanung im Saarland „auf ganzer Linie versagt“ habe. Die Schließung des Caritasklinikum St. Josef stehe nicht im saarländischen Krankenhausplan, der bis 2025 gelten soll. „Normalerweise gibt die Krankenhausplanung die Entwicklung der Krankenhäuser vor. Im Saarland ist es umgekehrt: Die Krankenhausträger sagen, wo die Reise hingeht, und das Gesundheitsministerium muss dann nach mehreren Jahren aufschreiben, wie es gelaufen ist“, teilte Helmut Isringhaus, gesundheitspolitischer Sprecher der FDP Saar mit. Das sei für die Gesundheitspolitik der Landesregierung „ein Armutszeugnis“.

Auch die Linksfraktion im Saarländischen Landtag kritisiert die geplante Schließung. „Das Land ist für die Krankenhausplanung zuständig und kann sich nicht immer blind und stumm stellen, wenn Träger aus Kostengründen Einrichtungen schließen wollen“, erklärte die gesundheitspolitische Sprecherin Astrid Schramm. Dass die cts ihre Klinik am Saarbrücker Rastpfuhl vergrößern und das Personal übernehmen wolle, sei gut. Aber es müsse auch tatsächlich so umgesetzt werden und die Landesregierung müsse ein Auge darauf haben, so Schramm.