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Bauen in Saarbrücken
Wohnen im Saarbrücker Röchlingpark

Saarbrücken. Stadtrat entscheidet über Bebauungsplan. Vorgesehen sind neue Wohnungen. Anfang 2019 könnten Arbeiten beginnen. Von Heiko Lehmann

Was geschieht mit dem Röchlingpark am Triller? Am Dienstag, 4. September, will der Saarbrücker Stadtrat darüber entscheiden.


Kommt es zu einem neuen Bebauungsplan, ist er in der Regel binnen eines Monats gültig. Dann können Investoren Bauanträge stellen. Bis gebaut werden kann, vergehen dann erfahrungsgemäß wieder zwischen vier und sechs Monate. Demnach könnte im Frühjahr der Bau von zwölf Häusern (44 Wohnungen) beginnen. Die Fläche umfasst rund zwei Hektar, was in etwa zwei Fußballfeldern entspricht. Damit beginne für Triller-Bewohner eine ungewisse Bauphase, für die Landeshauptstadt, Grundstückseigentümer und Investor eine lange Zeit des Verhandelns und der Bürokratie.

Auf dem ehemaligen Röchlinggelände soll schon seit zehn Jahren gebaut werden. Doch gegen die von der Stadt geforderten maximalen Häuserhöhen klagte der Grundstückseigentümer zweimal und bekam vor Gericht recht. Beim aktuellen Bebauungsplan sind sich Stadt, Kläger und Investor schon länger einig – allerdings nicht die Anwohner.



Baulärm, zu hohe Häuser sowie Straßen und bestehende Gebäude, die durch den Schwerlastverkehr beschädigt werden, wegfallende Parkplätze – dies alles sind Befürchtungen der Anrainer, die sie während zwei Bürgerversammlungen jeweils im Frühjahr 2017 und 2018 kundtaten.

Anfang dieses Jahres kamen etwa 200 Menschen zur Versammlung und nahmen kein Blatt vor den Mund. „Ich wohne direkt an der Straße. Bei mir wackeln schon die Gläser im Schrank, wenn ein großer Lieferwagen vorbeifährt. Ich will nicht wissen, was bei 3500 Lkw passiert“, sagte eine Frau.

Die Stadt habe die Bedenken ernst genommen, teilte ein Verwaltungssprecher mit. „Während der einmonatigen Offenlage des Bebauungsplans erreichten uns zudem 40 Stellungnahmen von Bürgern zu dem Plan. Alle werden beantwortet“, erklärte Monika Kunz, die Leiterin des Stadtplanungsamtes. Die Bürgerproteste wirkten zum Teil und flossen in die neuen Pläne ein, versicherte sie. „Bei der beanstandeten Höhe handelt es sich um zwei Häuser, und die sind nun anstatt mit vier Geschossen nur mit drei geplant.“

Was den Baustellenverkehr betrifft, gebe es bereits Gutachten. Jedoch der eigentliche Plan stehe erst nach der Ausschreibung mit den entsprechenden Baufirmen an, erklärte Kunz. Was mögliche Straßen- oder Schäden an Mauern oder Häusern angeht, sei die Verwaltung ebenfalls an einer Lösung dran: „Bevor der Bau beginnt, wird ein Gutachter eine Beweissicherung durchführen. Das gilt für die Straßen und für die Mauern und Häuser der Anwohner“, kündigte  Kunz an. Es sei das Möglichste unternommen worden, „um die Bewohner am Triller zufrieden zu stellen“, sagte die Stadtplanungsamtschefin.

Baudezernent Heiko Lukas sieht in dem aktuellen Bebauungsplan ebenfalls eine gute Lösung. „Man darf nicht vergessen, dass sich der Investor auf uns und die Anwohner einließ, obwohl er das gar nicht musste.“ Theoretisch hätte der Investor auf dem Gelände statt 44 Wohnungen 105 Wohnungen bauen lassen können. Lukas: „Dann wäre alles verbaut gewesen, und es gäbe keine Bäume und keinen Wald mehr auf dem Gelände.“ Durch den neuen Plan sei klar geregelt, wo gebaut werden darf und welche Bäume stehen bleiben müssen. „Für die Bewohner am Triller hätte alles noch viel schlimmer kommen können“, erklärte Lukas.

Bereits am Donnerstag hatte der Bezirksrat Mitte für den Bebauungsplan gestimmt. Es folgen nun am 2. September der Bauausschuss, am 4. September die endgültige Entscheidung des Stadtrates.

Heiko Lukas, Baudezernent der Stadt Saarbrücken.
Heiko Lukas, Baudezernent der Stadt Saarbrücken. FOTO: Robby Lorenz