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Ludwigspark
Wie Saarbrücken beim Stadion sparen will

Noch ist das Ludwigsparkstadion eine Baustelle. Im Herbst 2019 sollen jedoch alle Tribünen stehen.
Noch ist das Ludwigsparkstadion eine Baustelle. Im Herbst 2019 sollen jedoch alle Tribünen stehen. FOTO: Andreas Schlichter
Saarbrücken. Der Umbau wird trotz Verhandlungen mit Beton-Firma 2,5 Millionen Euro teurer. Wer die Kosten trägt, ist unklar. Von Patric Cordier

Von seinem Büro im zehnten Stock hat Heiko Lukas, Baudezernent der Stadt Saarbrücken, einen guten Blick über die Willhelm-Heinrich-Brücke und die Saar. Im Auge behalten muss er derzeit aber besonders die Baukosten für das Saarbrücker Ludwigsparkstadion. Die waren nach dem Scheitern der Ausschreibung zur Vergabe von Betonfertigteilen und dem anschließenden Verhandlungsverfahren mit der saarländischen Firma Gross von den ursprünglich geplanten 28 auf 30,5 Millionen Euro gestiegen. „Das ist der aktuelle Stand. Wir konzentrieren uns derzeit auf das Finden weiterer Einsparmöglichkeiten“, sagt Lukas. Wer die wohl unvermeidlichen Mehrkosten letztendlich bezahlen soll, bleibt jedoch unklar. „Wir stehen im Dialog mit dem Land“, so der Baudezernent.


Lukas nennt das Ergebnis des Verhandlungsverfahrens einen Erfolg. Zwar liegt das erzielte Resultat weiter erheblich über dem erwarteten Preis, es habe jedoch eine deutliche Annäherung gegeben. „In diesem Verhandlungsverfahren kann man halt auch über Inhalte und Umsetzung sprechen, das ist bei einer Ausschreibung nicht möglich“, sagt Lukas und erklärt, wo man sparen wird: „Die Form der Betonfertigteile wurde vereinfacht und weiter standardisiert. Damit sind weniger Arbeitsschritte bei der Produktion notwendig. Das drückt die Kosten.“ Hier zahle sich die Zusammenarbeit mit den Ingenieuren im Betonteile-Werk aus. Für den späteren Stadionnutzer werde sich an Qualität und Anmutung nichts verändern.

Die so genannten Pfahlgründungen, die beim Bau der neuen Westtribüne vorgesehen waren und die bis in eine Tiefe von fast 15 Metern reichen sollten, wird es nicht geben. „Nach der abgeschlossenen Suche nach Kampfmitteln wurde der Untergrund dort stark verdichtet. Es besteht nun die Möglichkeit, das Gebäude auf sogenannten Zerrbalken zu erstellen“, so der Bauderzernent, „das sind Betonbalken von einem Meter Durchmesser, die nur in einer Tiefe von etwa 80 Zentimetern eingebracht werden.“ Die viel teureren Bohrungen bis zum Felsuntergrund seien eine übliche Herangehensweise, daher habe man ihnen in den ursprünglichen Planungen den Vorzug gegeben.



Bei Ausschreibungen anderer Gewerke gibt es laut Stadtverwaltung Saarbrücken mehrere Bieter und somit einen Wettbewerb. Damit sei es in einigen Fällen möglich, unter den erwarteten Kosten zu bleiben.

Die Verzögerung, die durch die Verhandlungen entstanden ist, beziffert Lukas auf vier bis sechs Wochen. „Aber die werden wir aufholen. Wenn das Setzen der Fertigteile beginnt, kann man das Stadion täglich wachsen sehen“, sagt Lukas und rechnet damit, dass im Herbst 2019 alle Tribünen stehen: „Das heißt aber nicht, dass das Stadion dann betriebsbereit ist.“ Dächer, Licht- und Beschallungstechnik sowie die teilweise sicherheitsrelevanten Außenanlagen und Wege müssen dann noch fertiggestellt werden. Die angestrebte Eröffnung im Frühjahr 2020 sei realistisch.