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| 20:31 Uhr

Wintereinsatz
Stadt legt nach Kritik Zahlen zum Winterdienst am Sonntag vor

Winter- und Streudienste.
Winter- und Streudienste. FOTO: Becker & Bredel / BeckerBredel
Saarbrücken. Von Martin Rolshausen

Es schneit, und Saarbrücken steht still. So beschrieb die Saarbrücker FDP den vergangenen Sonntag in einer Pressemitteilung. „Ganz besonders zynisch“ sei es, schrieb der FDP-Kreisvorsitzende Roland König, „dass verschiedene Kranke im Winterbergkrankenhaus am Zweiten Advent auf Besuch verzichten müssen, da nicht einmal die Zufahrt zur Klinik geräumt wurde.“ Verkehrsbehinderungen auf dem weg zur Klinik? Die Polizei hat davon nichts festgestellt, teilte sie bereits am Sonntag auf SZ-Anfrage mit. Und auch beim Stadtreinigungsbetrieb ZKE, der fürs Schneeräumen zuständig ist, gingen keine Beschwerden ein - außer die der FDP, die man in der Zeitung gelesen hat, sagte ZKE-Sprecherin Judith Pirrot gestern.

Die Beobachtung der FDP, die „immer weniger Leistungen für die Bürger“ sieht, deckt sich nicht mit den Zahlen, die der ZKE gestern auf SZ-Anfrage vorgelegt hat. Demnach waren am Sonntag alleine 27 Fahrzeuge und 50 Mitarbeiter des ZKE im Einsatz. „Der Winterdienst wurde auf einer Länge von 1534 Kilometern von Hand und mit den Streufahrzeugen des ZKE durchgeführt. Insgesamt fielen 344,5 Einsatzstunden an“, teilte Judith Pirrot mit. Die Einsatzstunden der Bauhöfe des Straßenamtes und des Amtes für Friedhofswesen und Stadtgrün der Landeshauptstadt liegen laut ZKE noch nicht vor und sind daher in dieser  Auflistung nicht berücksichtigt.

Aufgrund der Wetterprognose gab es nach ZKE-Angaben am Sonntag bereits um halb vier in der Früh Kontrollfahrten im Stadtgebiet. Zwei Fahrzeuge haben ab kurz vor halb sechs in den Höhenlagen eine sogenannte Präventivstreuung durchgeführt. „Hierbei wird in der Regel Sole oder Feuchtsalz bereits im Vorgriff auf den zu erwartenden Niederschlag auf den Straßen aufgebracht um eine direkte Tauwirkung zu erzielen“, erklärt Pirrot. Eine solche vorsorgliche Maßnahme wurde gegen sechs Uhr auch in der gesamten Theodor-Heuss-Straße ausgeführt. Nach Einsetzen des Schneefalls um 9.30 Uhr wurde dann um zehn Uhr der „Volleinsatz“ für den ZKE und die Bauhöfe der Landeshauptstadt gestartet. „Der Winterberg wurde um 10.45 Uhr erstmalig geräumt und nochmals um 13 Uhr geräumt und abgestreut“, sagt Pirrot.

Bereits um 10.20 Uhr wurde die Saarbahnleitstelle informiert, dass bei anhaltendem Schneefall die Steigungen, etwa am Eschberg und am  Winterberg mit den Bussen nicht frei befahrbar sein werden. „Das heißt, dass  Pkw mit Winterreifen mühelos diese Höhenlagen befahren konnten, was auch bei einer Kontrollfahrt so fest gestellt wurde. Lediglich Autofahrer mit Sommerreifen oder Omnibusse, aufgrund deren leichter Bauweise und geringen Achslast, kamen bereits bei gering mit Schnee bedeckter Fahrbahn diese Steigungen nicht mehr hoch“, erklärt Judith Pirrot.

„Beschwerden gingen am Sonntag beim ZKE nicht ein“, sagt sie. Generell laufe es so: „Sobald Schnee und Eis da sind, ist schnelles und effektives Handeln bei jedem Einsatz gefragt.“ Jedoch können die Fahrzeuge nicht alle Straßen gleichzeitig bedienen.

Der ZKE befreit zuerst die für den Verkehr wichtigsten Straßen, die Zufahrten zu den Krankenhäusern und die Linien des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) vom Schnee. Zudem erfolgt ein kombinierter, manueller und maschineller Winterdienst auf Fußgängerüberwegen, Treppen, Brücken, Verbindungswegen und den Haltestellen des ÖPNV, für die der ZKE zuständig ist.

Dennoch könne es vorkommen, dass bei starkem und anhaltendem Schneefall nicht alle Straßen komplett und dauerhaft vom Schnee befreit werden können. „Dies bedeutet nicht zwingend, dass man diese nicht in angepasster Fahrweise und mit entsprechender Winterbereifung befahren kann“, sagt Pirrot. Außerdem unterliegen „sehr viele Straßen nicht der Winterdienstverpflichtung des ZKE“. Insbesondere zahlreiche Wohn- und Anliegerstraßen werden demnach nicht vom ZKE geräumt und gestreut.