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LSVS-Finanzaffäre
Staatsanwalt durchsucht bei Saartoto und erneut bei LSVS

Blaulicht (Symbolbild)
Blaulicht (Symbolbild) FOTO: dpa / Friso Gentsch
Saarbrücken. Mit einem richterlichen Durchsuchungsbeschluss tauchten am frühen Montagnachmittag Fahnder des Dezernates Besondere Ermittlungen und Korruption (BEK) in der Zentrale der Saarland Sporttoto GmbH (Saartoto) auf. Von Michael Jungmann
Michael Jungmann

Dies bestätigte ein Sprecher der Gesellschaft auf Anfrage. Im Auftrag der Staatsanwaltschaft, die in der Finanzaffäre beim Landessportverband des Saarlandes (LSVS) ermittelt, suchten die Fahnder Unterlagen zum so genannten Verstärkungsfonds von Saartoto. Aus diesem Fonds flossen angeblich zweckgebunden jährlich insgesamt bis zu 250 000 Euro für einzelne Sportprojekte über den LSVS an die jeweiligen Sportvereine.


Fast zur gleichen Zeit traten erneut Polizeibeamte mit Durchsuchungsbeschlüssen in der Geschäftsstelle des Landessportverbandes auf.



Erst in der letzten Woche beschäftigte sich der Innenausschuss des Landtags mit dieser Thematik. Dort standen die Saartoto-Geschäftsführer Michael Burkert und Peter Jacoby Rede und Antwort. Der Landessportverband ist neben dem Saarland Gesellschafter bei Saartoto. Ein Achtel des Jahresgewinns fließt nach unmittelbar an den LSVS. Wegen Verdachts der möglichen Vorteilsgewährung und der Untreue ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen die Mitglieder des LSVS-Präsidiums. Präsident ist der CDU-Landtagsabgeordnete Klaus Meiser. Er ist im Zuge der Affäre bereits von seinem Amt als Landtagspräsident zurückgetreten.

Meldungen, wonach auch bei Meiser in dessen Privatwohnung durchsucht wurde, wurden bislang nicht bestätigt.