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Endlich wieder gehen
Bewegender Augenblick: Verunglückter Fußballer (23) verlässt den Rollstuhl

Stefan Schmidt im Krankenhaus nach der Amputation (links) und wenige Wochen danach, als er das Winterberg-Krankenhaus verlässt.
Stefan Schmidt im Krankenhaus nach der Amputation (links) und wenige Wochen danach, als er das Winterberg-Krankenhaus verlässt. FOTO: Matthias Zimmermann/Schmidt/Montage: hgn / Matthias Zimmermann/Schmidt
Zehn lange Wochen verbrachte Stefan Schmidt aus Saarbrücken-St. Arnual im Krankenhaus. Mehr als ein Dutzend Operationen musste der junge Mann über sich ergehen lassen. Jetzt lernt der Kicker wieder zu laufen. Von Matthias Zimmermann
Matthias Zimmermann

Was für ein Bild: Stefan Schmidt, einst Fußball-Ass für seinen FC St. Arnual, kann wieder laufen. Seine ersten Schritte aus der Klinik auf dem Saarbrücker Winterberg wirken wie ein Wunder. Denn das Leben des jungen Mannes stand zeitweilig auf der Kippe. Jetzt aber strahlt der 23-Jährige einem entgegen. Geht zwar an Krücken, aber er geht. Und das nach einem Unfall, der sein Leben so einschneidend veränderte. Die Freude über die Fortschritte: Sie überwiegen.



Prothese am rechten Bein

Wie Freunde berichten, flossen bei seinem ersten Gehversuchen nach Wochen im Bett und Rollstuhl Freudentränen. Stefan zeigt allen, dass er es packt. Mit einer Prothese am rechten Bein.

Künstliches Koma

Wegen Komplikationen nach einer Operation in einem St. Johanner Krankenhaus war der Unterschenkel Knie abwärts nicht mehr zu retten. Stefan hatte sich bei einer Partie am 24. Mai gegen SV Schafbrücke schwer verletzt. In der vierten Spielminute prallte er mit dem Torwart zusammen und blieb am Boden: Schien- und Wadenbeinbruch. Keime befielen nach einer ersten Operation die Wunde, Stefan ging es zunehmend schlechter. Ärzte mussten ihn ins künstliche Koma versetzen. Mehrere weitere Eingriffe waren nötig. Doch das Bein war nicht mehr zu retten.

Eiserner Kampf ins Leben zurück

Gechwächt und um einige Kilo leichter, kämpfte sich Stefan aber ins Leben zurück. Schon fast verbissen setzte er sich schon frühzeitig Ziele, will wieder Sport treiben. Wie früher.

Jetzt verließ er den Rollstuhl. trägt eine vorläufige Prothese. Er stützt sich sicher auf die Gehilfen. Pünktlich zum 50. Geburtstags seines Vaters kam er nach zehn Wochen Klinikaufenthalt raus. Jetzt steht eine Reha im Allgäu an. Weit weg. Wie es sich Stefan wünscht, hatte er der Saarbrücker Zeitung vor geraumer Zeit schon gesagt. Um Abstand, den Kopf frei zu bekommen.

Tattoos für den guten Zweck

Bei alldem unterstützt ihn nicht nur seine Familie. Freunde, Sportvereine, prominente Athleten und sogar unendlich viele Unbekannte helfen. Zahlreiche Aktionen wie Benefizspiele fließen ein. So wie am 14. August ein Spendenmarathon, wenn zwischen 11 und 22 Uhr eine Tätowierer für den guten Zweck mit der Nadel zusticht und Einnahmen daraus an die Initiative „Angriff ins Leben“ überweist. Denn viele wollen sich darum kümmern, dass Stefan die bestmögliche medizinischen Behandlung erhält. Bis hin zu einer Hochleistungsprothese, wie sie Sportler benötigen.

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