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Sportplakette des Saarlandes für Marga Fluhr aus Güdingen

Vorbildlicher Einsatz im Ehrenamt : Da spiegelt sich so viel Freude wider

Marga Fluhr aus Güdingen ist die treibende Kraft hinter Special Olympics Saarland. Dafür bekam sie die Sportplakette des Saarlandes.

Special Olympics ist die weltweit größte Sportbewegung für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung. Seit 2007 ist diese Organisation auch im Saarland vertreten. Zunächst als Verein gegründet, wurde Special Olympics Saarland 2018 als Fachverband Mitglied im Landessportverband für das Saarland. Diese Anerkennung ist vor allem das Verdienst von Marga Fluhr, die dafür mit der Sportplakette des Saarlandes ausgezeichnet wurde. Die 63-Jährige, die aus Oberkirchen im St. Wendeler Land stammt und seit 30 Jahren in Güdingen lebt, ist die treibende Kraft hinter Special Olympics Saarland. Wie die Sportlehrerin mit Zusatzausbildung Motopädagogik im Gespräch mit der Saarbrücker Zeitung erzählt, hat Sabine König sie mit dieser Idee infiziert. Förderschulrektorin König leitet die Stengelschule in Heusweiler und kannte die Special Olympics-Bewegung aus Thüringen. „Das müssen wir auch im Saarland machen“, habe sie gedacht, sagt Fluhr.

Als Lehrerin an der Förderschule für geistige Entwicklung In der Winterbachsroth in Dudweiler war Marga Fluhr der Umgang mit Menschen mit Beeinträchtigungen vertraut. Von 1995 bis 2007 übernahm sie außerdem ehrenamtliche Tätigkeiten für die Lebenshilfe Sulzbach/Fischbachtal, war jahrelang deren Vorsitzende und organisierte die sportlichen Aktivitäten der durch die Lebenshilfe betreuten Menschen. Im November 2007 war Marga Fluhr maßgeblich an der Gründung von Special Olympics Saarland beteiligt, engagierte sich fortan im Vorstand und als 1. Vorsitzende. Alle zwölf Förderschulen im Saarland machen mit bei der Bewegung, zum Beispiel auch die Lebenshilfe, die Arbeiterwohlfahrt und Privatpersonen. Gemeinsam setzen sie sich ein für „mehr als 1000 Sportler, von sechs Jahren bis ins Rentenalter“, wie  Marga Fluhr berichtet.

Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung finden mittlerweile ein stattliches Trainings- und Wettbewerbsangebot vor. Bei den Sommerspielen von Special Olympics stehen 18 Sportarten auf dem Programm, zum Beispiel Fußball, Handball, Volleyball, Tennis, Schwimmen und Leichtathletik. Bei den Winterspielen sind es acht Sportarten, etwa Skifahren, Schlittschuhlaufen, Snowboarden oder Floorball. Das ist Hallenhockey, gespielt mit Kunststoffschläger und einem 23 Gramm schweren, aus Kunststoff bestehendem Hohlball mit vielen kleinen Löchern. Marga Fluhr leitet die Floorball-Erwachsenengruppe „Junic“, die im Unified-Wettbewerb startet, das heißt: Menschen mit und ohne Behinderung treiben gemeinsam Sport. Mit „Junic“ und weiteren Sportlern nimmt  Special Olympics Saarland vom 2. bis 6. März an den nationalen Winterspielen von Special Olympics Deutschland in Berchtesgaden teil. 2023 werden in Berlin die Weltspiele von Special Olympics erstmals auf deutschem Boden ausgetragen. Und Marga Fluhr verfolgt das ehrgeizige Ziel, dass dann zum ersten Mal ein saarländischer Sportler bei den Weltspielen mitmacht.

„Special Olympics ist aber mehr als Sport“, betont die 63-Jährige. Es gibt zum Beispiel auch das Gesundheitsprogramm, bei dem sich Ärzte, Therapeuten und andere Fachkräfte ums Wohlergehen der behinderten Sportler kümmern. Nach den Worten von Marga Fluhr ist es „wissenschaftlich erwiesen, dass geistig behinderte Menschen medizinisch unterversorgt sind“. Dem wolle das Gesundheitsprogramm entgegenwirken.

Marga Fluhr, seit diesem Schuljahr in Rente, ist Mutter von vier Kindern und seit 14 Monaten stolze Oma der Zwillinge Elmar und Liam, Söhne ihres ältesten Sohnes Karl (28). Stolz ist sie auch auf ihre Schützlinge bei Special Olympics. Ihre Augen glänzen vor Faszination, wenn sie sagt: „Es macht so großen Spaß mit diesen Menschen. Diese Begeisterung, diese Fröhlichkeit, dieses Miteinander. Das ist Sport im ursprünglichen Sinn.“