| 20:30 Uhr

So kann’s gehen
Sonne, komm bald wieder

FOTO: Roby Lorenz / SZ
Wolken, Wasser, Wampe. Dieser Winter schlägt aufs Gemüt. Ein Hoffnungsschimmer ist in Sicht. Zumindest hat die große Dusche mal ausgesetzt.

Seit sie weg ist, sind sie wieder da. Ich meine den bei mir unübersehbaren Zusammenhang zwischen der Sonnen-Dauerpause und den Speckröllchen. Morgen für Morgen kann ich mich einfach nicht dazu aufraffen, den Jungseniorenkörper beim Joggen unter die große Freiluftdusche zu stellen, die jemand über uns gehängt hat.



Stattdessen hole ich mir die gute Laune aus einem leckeren Honigbrot. Scheibe zwei schmeckt auch nicht schlechter als Schnitte eins. Und die Weihnachtskekse sind noch nicht alle verdrückt. Bloß nichts verkommen lassen von dem guten Zeug. Rein damit, murmele ich vor mich hin, während ich mir halbherzig vornehme, vielleicht zum Ausgleich für die süßen Sünden doch nicht gleich am Schreibtisch zu parken.

Unendlich weit liegt die Zeit zurück, als mir die Stadtränder gerade weit genug waren, um die Karosse abzustellen. Das war, als die Sonne unsere Gegend noch nicht mied wie ein beleidigter Alt-Star nach einer verkorksten Tournee. Damals, als selbst mitten im Winter das Himmelsblau auch außerhalb von Reisebüro-Plakaten und der jüngsten „Traumschiff“-Folge existierte.

Als der Schirm noch hin und wieder ein paar Tage trocknen konnte und als das geplagte Eichhörnchen hinterm Haus nicht täglich so zerzaust aussah wie ein falsch gewaschenes Plüschtier.

Aber wenn die Regenmaschine zwischendurch mal gestoppt ist, könnte sich unser Gute-Laune-Bringer hin und wieder zeigen. Nicht lange, aber immerhin. Eben wie ein Alt-Star, der es nach langer Bühnenabstinenz doch noch mal mit seinen Fans versuchen will.  Nur zu, wir können es nämlich kaum erwarten.