So kann’s gehen: So schnorrt man Rostwurst

So kann’s gehen : So schnorrt man Rostwurst

Vanessa! Du machst dein Einhorn dreckig! Tatsächlich war die kleine Vanessa im rosafarbenen T-Shirt gerade dabei, ihr ebenfalls rosafarbenes Plüsch-Einhorn in ein Glas mit Apfelsaft zu tunken. Einhörner müssen schließlich auch trinken, hat sich die Kleine wohl gedacht, was ihre Mutter entschieden anders sah.

Solche Sätze kann man hören, wenn man einfach nur in einem Saarbrücker Café sitzt oder über den St. Johanner Markt schlendert. Dort spazierte ein Pärchen mittleren Alters untergehakt an mir vorbei, als die Frau ihren Mann besäuselte: „Schatz, willst Du noch ein Rostwürstchen?“ Dachte mir spontan, dass können keine Saarländer sein, da hätte es „Roschtwurscht“ geheißen. Ich bitte Sie, welcher Saarländer sagt „Rostwürstchen“? Wie auch immer, der Mann wollte nicht und fragte zurück: „Willst du denn ein Rostwürstchen, Liebes?“ Damit war die Falle zugeschnappt. Antwort: „Ach ja, ich würde eines essen.“ Was macht der Mann, dieser Dackel? Er rennt natürlich zur Bude und kauft seiner Frau ein Rostwürstchen. Ich wurde Zeuge der perfekten Manipulation. Und der Mann hat es nicht mal gemerkt. Erstens hat die Frau ihr Rostwürstchen gekriegt und zweitens nix  bezahlt. Sie musste es nicht mal holen gehen. Da kann ich nur einen älteren, weißhaarigen Mann zitieren, der mir mit seiner Frau wenige Meter später über den Weg lief und sagte: „Die Leute sind doch alle bekloppt.“ Da ist was dran.

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