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So hilft digitale Technik alten Menschen

Intelligentes Wohnen im Alter : Digital-Technik hilft alten Menschen im Alltag

Per Zuruf die Heizung regulieren oder den Herd ausschalten – digitale Technik macht’s möglich. Eine Ausstellung zeigt, wie das funktioniert.

„Lieber Einbrecher, Sie wurden erkannt. Die Polizei ist benachrichtigt.“ So lautet die Ansage aus dem Lautsprecher des smart rooms, nachdem ein Besucher ein Fenster geöffnet hatte, das die digitale Technik als geschlossen registriert hatte. Mit „smart room“ bezeichnet man wörtlich übersetzt einen „intelligenten Raum“, der mit zahlreichen Sensoren ausgestattet ist, hinter denen digitale Steuerungssysteme stehen. So lassen sich zum Beispiel auf Zuruf die Heizung ein- und ausschalten oder der Raum verriegeln. Zu sehen ist diese Technik zurzeit in den Räumen der Saarland Versicherungen in der Mainzer Straße in Saarbrücken. Partner ist die Union Krankenversicherung.

Ziel ist es, „die Möglichkeiten zu zeigen, die die digitale Revolution bietet, um das Wohnen für jeden Einzelnen zu verbessern“, sagte Dirk Hermann, Vorstandsvorsitzender Saarland Versicherungen, bei der Eröffnung des smart rooms am vergangenen Freitag. Aufgabe seiner Versicherung sei es nicht nur, Schäden zu begleichen, sondern präventiv, also vorsorgend zu wirken, um Schäden zu vermeiden.

Besonderes Augenmerk gilt dabei dem selbst bestimmten Leben von alten Menschen, die in ihrer Bewegung eingeschränkt sind. So gibt es beispielsweise höhenverstellbare Waschbecken, die man per Knopfdruck so einrichten kann, dass man zum Beispiel auch als Rollstuhlfahrer dran kommt.

Auch der sogenannte sense floor (Sensoren-Fußboden), ein „intelligenter“ Fußboden, kann Senioren, die allein wohnen, helfen. Sensoren im Boden registrieren, ob jemand geht, steht oder hingefallen ist und sich nicht mehr bewegt, also hilflos ist. Per Digitaltechnik kann dann ein Hilferuf an ein Smartphone von Angehörigen oder die Einsatzzentralen von Pflege- und Rettungsdiensten abgesetzt werden.

Das Bewegungsprofil, das solche Fußböden erstellen, kann zudem Hinweise darauf geben, ob dem Patienten Gegenstände oder Möbel im Weg stehen, über die er stolpern könnte, wie Professor Wolfgang Langguth, Experte für computerunterstütztes Wohnen, bei der Vorstellung des smart rooms sagte. Die Technik hilft damit, Gefahrenquellen zu erkennen und zu beseitigen. Allerdings ist diese Technik nicht billig: 200 Euro pro Quadratmeter kostet der digitale Fußboden derzeit noch. Zurzeit wird geprüft, aus welchen Fördertöpfen Geld für den Kauf solcher Fußböden kommen könnte.

Ein weiteres Hilfsmittel sind auch Gesichtsscanner. Sie können am Bildschirm aufzeichnen, in welcher Verfassung sich der Patient befindet. Ob es ihm gut oder schlecht geht – auch in diesem Fall können die Angehörigen oder Pflegedienste schnell reagieren und ein Arzt kann gegebenenfalls sofort helfen.

Anmeldung zur Besichtigung des smart rooms per E-Mail an: smart­room@saarland-versicherungen.de.