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Die Erfinderin von Emil Mauszahn
Wie Emil Mausezahn in den Wildpark kam

 Kinderbuchautorin Simone Harsch mit der Figur, die sie erfunden hat: Emil Mausezahn.
Kinderbuchautorin Simone Harsch mit der Figur, die sie erfunden hat: Emil Mausezahn. FOTO: BeckerBredel
Saarbrücken. Simone Harsch hat schon als Kind Tiere gezeichnet, nur für die Familie. Jetzt hat sie ein Kinderbuch geschrieben und illustriert. Von Nicole Baronsky-Ottmann

Alles fing damit an, dass Simone Harsch nach Saarbrücken kam, auf den Homburg zog und von dort aus den nahen Saarbrücker Wildpark für sich entdeckt hat. „Ich liebe den Wildpark“, beginnt sie gleich zu schwärmen. „Ich finde es so toll, dass es ihn gibt, er immer offen ist und keinen Eintritt kostet. Am liebsten würde ich dort arbeiten.“ Daher ist der Saarbrücker Wildpark einer der Lieblingsplätze der gelernten Zahntechnikerin aus Mannheim, die in Heidelberg aufgewachsen ist und in Saarbrücken in einer radiologischen Praxis arbeitet. Immer und immer wieder steht sie im Saarbrücker Stadtwald vor den Gehegen, beobachtet die Tiere.


Irgendwann im letzten Sommer fiel ihr eine kleine Maus auf, die sich in Seelenruhe aus dem gleichen Futtertrog bediente, wie die Tauben. Und die ließen die kleine Maus gewähren. „Dazu ist mir gleich eine Geschichte eingefallen“, sagt sie. Und dann erzählt Simone Harsch, dass sie Tiere schon immer geliebt habe, schon als Kind viele Tierzeichnungen anfertigte und sogar Tiergeschichten schrieb. „Aber nur für meine Familie“, schränkt sie ein.

Ihre Geschichte der kleinen Maus wurde phantastisch, berührend und umfangreich. „Ich habe im Garten gesessen und alles in meinen Laptop getippt. Es ging ganz von allein“, sagt sie. Die kleine Maus aus dem Wildpark wurde Emil Mausezahn, der den goldenen Schlüssel eines Tierpflegers gefunden hat und damit die Tiere aus ihren Gehegen freilassen konnte. Aber eine Elster klaut den Schlüssel und nun muss Emil Mausezahn ihn wiederfinden, natürlich unterstützt von den übrigen Tieren des Wildparks.



Familie, Freunde und Kollegen, denen Simone Harsch die Geschichte zum Lesen gab, waren begeistert. „Und da ist die Idee entstanden, die Geschichte als Buch zu veröffentlichen. Allerdings war ich sehr unbedarft“, erzählt Simone Harsch lebhaft. Denn sie hatte nicht damit gerechnet, wie schwierig es heutzutage ist, ein Buch bei einem Verlag unterzubringen. „Es gab nur Absagen, das war schon enttäuschend“, sagt sie leise. Dann aber fasste sie den Entschluss, das Buch selbst herauszugeben. „Ich dachte mir, ich mache weiter. Und wenn es so werden soll, wie ich es will, muss ich es selbst veröffentlichen.“ Daher ist an dem Buch alles von Simone Harsch selbstgemacht und organisiert, die Geschichte, die Zeichnungen, der Druck, die Veröffentlichung.

Zuerst fing Simone Harsch an, wieder zu zeichnen, wie in ihren Kindertagen. Sie malte mit Aquarell und Bleistift jede Menge Tiere, zuerst natürlich Emil Mausezahn. Dann suchte sie eine Druckerei, die vermittelte ihr einen Grafiker, Constantin Andil aus Plauen. „Er war phantastisch. Denn er hat mich immer unterstützt, da ich noch viele Fehler gemacht habe“, berichtet die Autorin. Er war es auch, der ihr sagte, dass sie ihren Herzenswunsch dringend auf die Rückseite des Buchs aufdrucken sollte. „Es war mir ganz klar, dass ich vom Verkauf der Bücher den Wildpark unterstütze. Von jedem verkauften Buch spende ich privat drei Euro an den Wildpark, in dem ich Tierpatenschaften übernehme.“

Im Frühsommer waren die ersten Exemplare gedruckt. Und natürlich wurden sie sofort im Wildpark gezeigt. „Ralf Blechschmidt, zuständig für den Wildpark, war begeistert“, schwärmt sie. Und so kam es im Oktober zu einer Buchpräsentation im Wildpark, mit Oberbürgermeisterin Charlotte Britz und den Mitarbeitern des Wildparks. Nun ist Simone Harsch ziemlich stolz auf ihr Buch, und hat erste Rückmeldungen. „Die Reaktionen der ersten Leser waren sehr bewegend“, sagt sie und ist dabei ganz gerührt. Aber das ist noch nicht das Ende von der Geschichte um das Buch über Emil Mausezahn. Denn Simone Harsch hat noch viele weitere Ideen.

Da sie mittlerweile eng mit dem Wildpark zusammenarbeitet, sind Malkurse mit Kindern angedacht. Oder die Figur könnte auch eine Art Maskottchen für den Wildpark werden. Und ihr fallen noch weitere Geschichten von Emil Mausezahn ein, die geschrieben werden wollen. Aber zuerst hat sie eine niedliche, kleine Maus aus Wolle gefilzt und dann sogar noch eine lebensgroße Emil-Mausezahn-Puppe gebastelt. Die sitzt nun auf einem Bollerwagen, wenn Simone Harsch fröhlich durch den Wildpark zieht, um die Geschichte von Emil Mausezahn zu erzählen und ihr Buch zu verkaufen.