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SHG Klinik Völklingen
Pflegekräfte arbeiten nachts nicht mehr allein

„Nachts nie mehr allein“ – das garantiert die SHG-Klinik in Völklingen ihren Pflegekräften.
„Nachts nie mehr allein“ – das garantiert die SHG-Klinik in Völklingen ihren Pflegekräften. FOTO: Iris Maurer
Saarbrücken/Völklingen. Als erster Klinikbetreiber bundesweit garantiert die SHG, dass sich nachts mindestens zwei Mitarbeiter um Patienten kümmern. Von Jörg Wingertszahn

Die SHG-Kliniken in Völklingen sind das erste Krankenhaus in Deutschland, in dem nachts die Pflegekräfte nicht mehr allein arbeiten werden. Eine entsprechende Vereinbarung trafen die Saarland Heilstätten GmbH (SHG) und die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) bei der Auftaktveranstaltung zum „Monat der Pflegeberufe“ in der Saarbrücker Congresshalle.


Die SHG-Geschäftsführer Bernd Mege und Alfons Vogtel sowie Frank Hutmacher und Michael Quetting von Verdi unterzeichneten eine entsprechende Vereinbarung im Beisein der Vertreter der Betriebsparteien: Verwaltungsdirektor Rudolf Altmeyer und die Betriebsratsvorsitzende Sandra Bollinger-Drudi. Die Betriebsparteien der SHG-Kliniken in Völklingen werden beauftragt, eine entsprechende damit Betriebsvereinbarung abzuschließen. In den anderen Kliniken, die die SHG im Regionalverband Saarbrücken betreibt, sind solche Vereinbarungen noch nicht geplant.

Nach Angaben von Verdi sind in Deutschland fast zwei Drittel der Pflegekräfte nachts allein auf Station. Im Durchschnitt betreuen sie 26 Patienten. Auf jeder sechsten Station sind es sogar mehr als 30. Eine angemessene Versorgung und Pflege sind somit nach Auffassung von Verdi kaum möglich. Eine Patientengefährdung sei nicht ausgeschlossen, teilte die Gewerkschaft mit. „Arbeitet eine Pflegefachkraft allein auf Station, sind Leben in Gefahr“, sagt der Sprecher von Verdi Rheinland-Pfalz/Saarland, Dennis Dacke. Das habe ein sogenannter Nachtdienstcheck, den Verdi jüngst durchführte, ergeben. Demnach gaben 60 Prozent der Befragten an, in den letzten vier Wochen nachts eine gefährliche Situation erlebt zu haben, die mit mehr Personal vermeidbar gewesen wäre. Auf großen Stationen sagen dies sogar 78 Prozent. Dacke erklärte: „Die Saarland Heilstätten GmbH und Verdi möchten diese Maßnahme zum Wohle der Patienten und mit dem Ziel, die Beschäftigten in den Krankenhäusern zu entlasten, verstanden wissen.“



Seit dem 20. Oktober vergangenen Jahres hatten Verdi und die SHG eine Vereinbarung getroffen, um die Beschäftigten der SHG-Kliniken zu entlasten. Aktuell arbeitet man an der Realisierung eines Pools für Pflegekräfte, wie Verdi mitteilt. Expertise für eine praxisnahe Umsetzung holte man sich an der Mainzer Universitätsmedizin.

„Wir unterscheiden uns in unseren Forderungen nur unwesentlich von Verdi“, sagte SHG-Geschäftsführer Alfons Vogtel: „Für uns kommt allerdings hinzu, dass wir das Gewünschte auch finanzieren müssen.“ Der Verwaltungsdirektor der Klinik in Völklingen, Rudolf Altmeyer, bestätigte, dass künftig mindestens zwei Pflegekräfte nachts auf Station zusammenarbeiten würden. Bis auf eine Station werde das in Völklingen auch schon seit einiger Zeit praktiziert. „Wir müssen nur auf einer Station noch nachpersonalisieren, und das wird schnellstmöglich passieren“, erklärte Rudolf Altmeyer.

Die SHG-Geschäftsführer Bernd Mege und Alfons Vogtel betonten, „dass für eine nachhaltige Verbesserung der Arbeitsbedingungen sowie eine schnellstmögliche Attraktivitätssteigerung für den Pflegeberuf zum Wohle der Patienten die derzeitigen finanziellen Rahmenbedingungen der Krankenhausfinanzierung optimiert werden müssen“.

Die Saarland-Heilstätten GmbH mit Sitz in Saarbrücken ist eine gemeinnützige Gesellschaft in öffentlich-rechtlicher Trägerschaft. Als Trägerin von Krankenhäusern, Rehakliniken, ambulanten pflegerischen und berufsbegleitenden Diensten, medizinischen Versorgungszentren sowie eines Seniorenzentrums dient die SHG-Gruppe der Gesundheitsversorgung. Unter ihrem Dach sind knapp 2000 Betten und Tagesklinikplätze vereint. Sie beschäftige fast 5000 Mitarbeiter.

Michael Quetting (Verdi), Alfons Vogtel (SHG), Gesundheitsministerin Monika Bachmann, Bernd Mege (SHG), Sandra Bollinger-Drudi (Betriebsrätin Völklingen) und Verwaltungsdirektor Rudolf Altmeyer (von links) unterzeichneten den Vertrag, mit dem die SHG die Nachtdienste neu regelt.
Michael Quetting (Verdi), Alfons Vogtel (SHG), Gesundheitsministerin Monika Bachmann, Bernd Mege (SHG), Sandra Bollinger-Drudi (Betriebsrätin Völklingen) und Verwaltungsdirektor Rudolf Altmeyer (von links) unterzeichneten den Vertrag, mit dem die SHG die Nachtdienste neu regelt. FOTO: BeckerBredel