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Unsere Woche
Setzen wir auf Verstand und Fakten statt auf Angst

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Neues von außen verändert unser Umfeld. Das kann eine Chance sein und ist nicht per se eine Gefahr. Von Matthias Zimmermann
Matthias Zimmermann

Veränderungen verbinden viele Menschen mit dem Verlust von Vertrautem. Sie fürchten das Ungewisse: Kommt da womöglich etwas Unbequemes auf mich zu, was ich nicht mehr zu beeinflussen vermag?


Diese Furcht vor Kontrollverlust hat zur Folge, dass sich einige hinter einer Mauer aus Angst und Vorurteilen verstecken, um sich krampfhaft gegen das Neue, das Unbekannte zu stemmen. Ohne  dass sie auch nur den Hauch einer Chance hätten, diese Veränderung aufzuhalten.

Den Zuzug von Menschen aus fernen Ländern mit fremden Kulturen halten einige für solch eine Gefahr. Denn wir werden mit Sprachen und Verhaltensmustern konfrontiert, die so gänzlich von unseren Gepflogenheiten abweichen. Na und? Sind sie deswegen per se schlechter als unsere? Muss ich ihnen also den Kampf ansagen?



Ganz gewiss nicht. Denn es ist so unendlich wichtig, neue Impulse von außen zu bekommen, um nicht ewig im eigenen Saft zu schmoren. Der Blick über den Tellerrand ist für die eigene Existenz ratsam, um sich weiterzuentwickeln. Und mal ehrlich: Niemand will ewig auf der Stelle treten.

Nicht das Unbekannte an sich birgt Gefahren. Problematisch ist vielmehr, wenn man sich aus purer Bequemlichkeit  gegen neue Eindrücke sperrt. Wenn dann auch noch falsche Informationen lanciert werden, um Ressentiments zu schüren, wird es brandgefährlich.

Niemand sollte sich Aufklärung und Weiterbildung verschließen. Denn Unwissenheit ist das Grundübel: Es spaltet die Gesellschaft,  weil es letztlich auch zu einem Mangel an Toleranz führt, andere Lebensweisen zu akzeptieren. Lassen wir uns von fundierten Fakten leiten als von dem Gefühl, fremde Eindrücke brächten uns unweigerlich dem Abgrund näher.