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Blues Brothers im Staatstheater
Seht Ihr dieses Licht?!?

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Jake und Elwood begleiten mich seit fast vier Jahrzehnten durchs Leben. Vor ein paar Tagen haben sie mich wieder mal daran erinnert, wie grandios dieses Leben sein kann – und wie wichtig das Theater für unsere Stadt ist. Von Martin Rolshausen

Es gab Momente, da habe ich gedacht: „Ja, Oma, alles gut, red’ Du nur. Ich weiß, Du meinst es gut. Aber solche Plattitüden braucht nun wirklich niemand.“ Solche oder ähnliche Gedanken sind mir durch den Kopf gegangenen, wenn meine Oma mir Dinge mit auf den Lebensweg gab wie: „Wenn Du glaubst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her.“  


1980 hat John Landis aus dem Lichtlein ein Licht gemacht. Er hat Jake Blues in einer Kirche in einen hellen Strahl gestellt und rufen lassen: „Siehst Du dieses Licht?!?“ Und fortan waren Jake und sein Bruder Elwood „im Namen des Herrn unterwegs“, um erst ihre alte Band wieder zusammenzubringen und dann durch Musik das Geld zu besorgen, das das Kinderheim, in dem sie aufgewachsen waren, brauchte, um nicht geschlossen zu werden.

„The Blues Brothers“ hieß der Film. Im Namen des Herrn bin ich seitdem nicht unterwegs. Aber mit Jake und Elwood, meiner Oma und dem guten Gefühl, dass die Finsternis und all das Negative in der Welt nicht das letzte Wort haben muss. Die Blues Brothers, diese beiden Versagertypen, die sich von ihrer Musik tragen lassen, sind mir wichtig geworden. Da war ich natürlich skeptisch, als es hieß, dass das Staatstheater die Geschichte als Musical auf die Bühne bringt. Die Skepsis war unbegründet. Das was Matthias Straub, Achim Schneider, Till Kuhnert, Carola Volles, Julia Grunwald und Mauro Barbierato da auf die Bühne gebracht haben, ist eine Wucht.



Apropos Licht: Unser Theater ist selbst eins, finde ich. Ein Leuchtturm. Es ist für mich einer der wichtigsten Orte in unserer Stadt – wie die Stadtbibliothek und die Museen und all die anderen Orte, die den Verdacht nähren: „Wenn Du glaubst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her.“

Karten für die „Blues Brothers“: Vorverkaufskasse, Schillerplatz 2, 66111 Saarbrücken, Montag bis Freitag: 10 – 18 Uhr, Samstag: 10 – 14 Uhr Telefon (06 81) 30 92-486, Fax (06 81) 30 92-416, E-Mail kasse@staatstheater.saarland

Thorsten Köhler (Jake Blues), links, und Gregor Trakis (Elwood Blues) auf der Staatstheaterbühne.
Thorsten Köhler (Jake Blues), links, und Gregor Trakis (Elwood Blues) auf der Staatstheaterbühne. FOTO: Kaufhold/SST / martinkaufhold.de