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Ratschläge einer Tierärztin
Schutz von Vierbeinern vor Zecken

Saarbrücken. Hundehalter sollten ihre Lieblinge vor allem von dichtem Unterholz und Ginster fernhalten. Dort lauern die meisten der Blutsauger.

„Vorsicht, Zecken!“ warnen mehrere Saarbrücker Apotheken in ihren Schaufenstern. Was für Menschen gefährlich ist, bedroht auch insbesondere Hunde. „Vor allem Hunde sind anfällig für die gefürchtete Borreliose, Katzen dagegen nicht“, berichtet Dr. Marion Magdeburg, die stellvertretende Präsidentin der saarländischen Tierärztekammer. „Vor allem im südlichen Saarland haben wir heftigste Probleme mit der sogenannten Babesiose“, sagt Magdeburg. Babesiose wird auch Hunde-Malaria genannt und nimmt einen dramatischen Verlauf.


Dabei lösen sich die roten Blutkörperchen auf. Das führt zu Blutarmut, die Hunde sind schlapp und bekommen hohes Fieber. „Allerspätestens, wenn der Urin des Hundes rot-braun wird, ist es Zeit, zum Tierarzt zu gehen“, sagt Magdeburg. Unbehandelt kann die Krankheit binnen zwei Tagen zum Tod führen. „Die Medikamente zur Behandlung müssen wir aber im Ausland bestellen. In Deutschland gibt es dagegen keine Arznei“, sagt Magdeburg. Womöglich deshalb, weil es sich bei der Babesiose ursprünglich um eine Mittelmeer-Krankheit handelt, die von Südfrankreich aus ins Saarland eingeschleppt wurde, wie Magdeburg vermutet. Mittlerweile tritt die Babesiose auch in Holland, Polen und der Schweiz auf.

Borreliose nimmt einen anderen Krankheitsverlauf. Es kann zu Rheuma-Attacken, Herzmuskelentzündungen und Nierenversagen kommen. Wird sie rechtzeitig erkannt, kann man sie aber auch gut behandeln. Der Erreger der Borreliose bei Hunden ist Borrelia burgdorferi. „Alle bekannten Zeckenarten können die Borreliose auf den Hund übertragen. Sobald eine infizierte Zecke beißt, werden die Borrelien aktiviert und 24 Stunden nach dem Biss übertragen. Wird eine Zecke vorher entfernt, besteht normalerweise kein Infektionsrisiko“, teilt die Internet-Plattform Planethund mit.



Bleibt noch die Ehrlichiose, die auch als Zeckenfieber bezeichnet wird. Dabei handelt es sich um eine Infektionskrankheit, die vor allem in tropischen und subtropischen Regionen einschließlich der Mittelmeerländer vorkommt. Es wird aber auch von Gebieten in Flussniederungen Deutschlands berichtet. Fieber, Nasenbluten, schleimig-eitriger Nasenausfluss, Erbrechen, Blutungen und Ödeme gehören zu den Symptomen. „Was die Verbreitung angeht, scheint die Saar eine natürliche Grenze zu sein“, sagt Magdeburg.

Nördlich davon träten kaum Erkrankungen wie Borreliose auf, südlich schon, also auch im Regionalverband. Der benachbarte Saarpfalzkreis wurde sogar vom renommierten Robert-Koch-Institut als Hochrisikogebiet für Zecken ausgewiesen.

Zeckenhalsbänder sind ein wirksames Mittel zur Vorbeugung. Es gibt auch Tabletten, die man einmal im Monat zur Prophylaxe geben kann, berichtet Planethund – Spot-On-Präparate. Die Zecken sterben dann ab.

Andere Präparate entwickeln einen penetranten Geruch, der Zecken abweist. Von Zeckenhalsbändern für Katzen rät die Tierärztin, die früher in Sulzbach eine Praxis führte, dagegen ab, wie sie der SZ weiter sagte.

www.planethund.com