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Volksbegehren
Schülerunion positioniert sich gegen G9

Saarbrücken. Die Schüler Union Saarbrücken spricht sich gegen das Volksbegehren zur Wiedereinführung des gymnasialen G9 aus. Damit Fachkräfte auch weiterhin die Zukunft Deutschlands sichern, positioniere sich der Schüler Union Kreisverband Saarbrücken klar gegen das „Volksbegehren zur Wiedereinführung des neunjährigen Gymnasiums im Saarland“. Die Schülerunion geht davon aus, dass dies der Bildungslandschaft und langfristig auch dem Arbeitsmarkt mehr schaden als nützen würde. Daneben wird befürchtet, dass die Rückkehr zum G9 „das Bildungssystem auch immer mehr zu einem Einheitsbrei verschwimmen“ lasse. Ein gymnasiales G9 würde den Weg an der Gemeinschaftsschule obsolet machen, schreibt die Schüler Union in einer Pressemitteilung. Das Abitur solle auch langfristig der höchste Schulabschluss in Deutschland bleiben, und nicht eine Mindestanforderung an alle Schülerinnen und Schüler darstellen. „Das Abitur nach acht Jahren bietet den Schülern ein zusätzliches Jahr, in welchem man sich persönlich weiterentwickeln kann, beispielsweise durch ein Auslandsjahr oder ein Freiwilliges Soziales Jahr. Außerdem sind wir der Meinung, dass man das Geld lieber in Digitalisierung und Verbesserung der Schulen investieren sollte anstatt in eine Umstrukturierung der Gymnasien“, sagt Elisabeth Grünberg, die Kreisvorsitzende der Schüler Union Saarbrücken.

Das Saarland war 2001 das erste westliche Bundesland, das genau dieser Forderung des damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog Folge leistete. Es habe damit eine Vorreiterrolle in der deutschen Bildungspolitik eingenommen, deren Ansatz vor allem in den letzten Jahren immer stärker in Kritik geraten sei. Dabei sei es sowohl für die wirtschaftliche Entwicklung als auch für die persönlichen Möglichkeiten der Absolventinnen und Absolventen ein Schritt in die richtige Richtung gewesen, so die Schülerunion.


Die Initiative gegen G8 argumentiere mit einer zu hohen Belastung. Dahinter steckt laut Schülerunion eine irrationale Angst. „Denn nicht die Tatsache, dass Schüler ihr Abitur in acht Jahren ablegen müssen, ist der Grund für möglichen Stress und hohe Belastung im Schulalltag, sondern die Tatsache, dass eine Schülerin oder ein Schüler nach dem höchsten Schulabschluss strebt.“