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Gefährlich für die Bundesrepublik
Schüler warnen vor Antisemitismus

Saarbrücken. „Es gilt, Kindern bereits im Grundschulalter zu verdeutlichen, dass Judenfeindlichkeit in Deutschland keinen Platz hat.“  Das fordert der Kreisverband Saarbrücken Stadt der Schüler Union.

Anlass für diese Forderung der Schüler Union sind Zeitungsberichte aus Berlin, wonach dort „ein muslimischer Schüler eine jüdische Mitschülerin antisemitisch beleidigt und ihr sogar mit dem Tod gedroht haben“ soll. „Es ist erschreckend, dass bereits in solch einem jungen Alter eine derartige Art von Diskriminierung stattfindet. Wir sehen das Problem in der frühen Erziehung in den Familien und Schulen“, erklärt Elisabeth Grünberg, die Kreisvorsitzende der Schüler Union Saarbrücken.


Dieser extreme Fall verdeutliche ein generelles Problem. Die Schüler Union folgert: „Neben neonazistisch motiviertem Antisemitismus wird auch religiös motivierter Antisemitismus zu einem Problem in der Bundesrepublik. Zurückzuführen ist dies möglicherweise auch  auf mangelnde Integration, die es nicht schafft, das innerhalb von Familien und religiösen Gruppen salonfähig gemachte judenfeindliche Gedankengut abzufangen.“

Es sei Aufgabe des Staates, hier einzugreifen. Die Schüler Union fordert daher die konsequente Vermittlung von Werten, zu denen auch, im Sinne des Grundgesetzes, „die Toleranz und Akzeptanz anderer religiöser Gruppierungen neben der eigenen gehören“.

Dazu braucht die Bundesrepublik nach Auffassung der Schüler Union „eine bessere Kontrolle religiöser Verbände“ und „eine stringente Anwendung“ rechtlicher Sanktionen „bei Verstößen gegen den Wertekanon“ des Grundgesetzes. Außerdem, so meint die Schüler Union, sei es „unabdingbar, dass seitens des Bildungssystems dafür gesorgt wird, dass vor allem junge Menschen sich der besonderen Verantwortung Deutschlands in dieser Sache bewusst werden“.

Die Schüler Union erinnert daran, dass „6 Millionen Juden zwischen 1933 und 1945 nationalsozialistischer Verfolgung zum Opfer fielen“. Aus diesen 12 Jahren ergebe sich eine besondere Verantwortung der deutschen Gesellschaft und des deutschen Staates, dafür zu sorgen, „dass solche Geschehnisse in Zukunft nie wiederkehren werden“. Der Status quo sehe jedoch anders aus. Die Polizei habe alleine im Jahr 2017 1500 Straftaten gegen jüdische Mitbürger oder jüdische Einrichtungen in Deutschland registriert.