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Nachwuchs-Journalisten
Schüler träumen von einem eigenen Fernsehstudio

Das Team hinter der Online-Schülerzeitung „Camäléon“ freut sich über die Auszeichnung und geht motiviert neue Projekte an.
Das Team hinter der Online-Schülerzeitung „Camäléon“ freut sich über die Auszeichnung und geht motiviert neue Projekte an. FOTO: Isabell Schirra
Saarbrücken. Das Online-Magazin des Deutsch-Französischen-Gymnasiums wurde mit dem Axel-Buchholz-Preis prämiert. Und auch Schülerzeitung bekam einen Preis. Von Isabell Nina Schirra

 In der Liste der Preisträger des diesjährigen Axel-Buchholz-Preises findet sich das Deutsch-Französische-Gymnasium (DFG) gleich zweimal: Neben der Schülerzeitung „C‘est la vie“, die den Europapreis gewann, wurde die Online-Schülerzeitung „Camäléon“ mit dem Axel-Buchholz-Preis im Bereich „Online/Digital“ geehrt. Dass das DFG sich zwei Schülerzeitungen leistet, hat pragmatische Gründe. Das Printmedium „C‘est la vie“ gibt es seit 1996 und ist seit jeher traditionsgemäß für die Ober- und Mittelstufe gedacht. Doch natürlich gab es immer wieder jüngere Schüler, die mitmachen wollten. Als es dann möglich wurde solche Projekte über das Internet zu realisieren, schlossen sich die Lehrer Stefan Pfefferle, Caroline Reysset und Nadège Deguilhem zusammen und gründeten mit „Camäléon“ ein Angebot für die Unterstufe. Das ist nun sechs Jahre her, und die Arbeitsgemeinschaft ist beliebt bei den Schülern. Eigentlich limitiert nur die Anzahl an verfügbaren Computern im Arbeitsraum die Teilnehmerzahl, das sind circa 18, dennoch müssen auch regelmäßig Interessenten abgelehnt werden.


Bei den wöchentlichen Redaktionstreffen geht es hoch her: Die Kids sind in die Computer vertieft, es werden Texte geschrieben, Themen gesucht, Telefon-Interviews geführt und Podcasts geschnitten. Oder auch einmal ein Video gedreht, wie etwa als die französische Botschafterin Anne-Marie Descôtes zu Gast am DFG war, die die Schülerin Marie Thirion interviewen durfte. „Camäléon“ ist multimedial. Die Kinder sind sich einig, dass sie schon vorher alle recht fit am Computer waren. Die Podcasts waren allerdings für alle Neuland. „Wir haben hier gelernt, wie man Podcasts aufnimmt und dann mit einem speziellen Programm schneidet“, erzählt Max Ernst. Und die Jungjournalisten scheinen Spaß daran zu haben. Für die meisten ist die Mitarbeit bei „Camäléon“ einfach nur Spaß, für andere ist es wie ein Hobby. Wieder andere, wie Amira-Léa Lang, haben ihr journalistisches Interesse entdeckt und sich für ein Schülerpraktikum beim Saarländischen Rundfunk beworben.

Die Themenfindung läuft meist wie von alleine. Es sind oft Themen, die bewegen oder einfach Dinge, auf die die „Camäléon“-Redakteure von ihren Mitschülern angesprochen werden. Zu einer ausgewogenen Mischung dürfen aktuelle Geschehnisse natürlich nicht fehlen. Und da ist die „Camäléon“-Redaktion im Vorteil gegenüber den Print-Kollegen. Da die „Camäléon“-Website regelmäßig aktualisiert wird, kann man hier viel schneller auf Neuigkeiten reagieren. „Die C‘est-la-vie-Leute brauchen da dann gleich immer ein ganzes Jahr“, grinst Simon Schmitt frech.



Der Axel-Buchholz-Preis im Bereich „Online/Digital“ für die „Camäléon“-Redaktion macht sie stolz. „Da kann man auch vor den Klassenkameraden mal angeben“, freuen sie sich. Bei einem Online-Magazin fallen auch Kosten für Druckerei und Ähnliches weg. So kann das Preisgeld von 1500 Euro in neue Ideen investiert werden. Man plant ein Video-Projekt, träumt von den „DFG-News“ oder dem „DFG-Fernsehstudio“. Dazu soll eine Greenbox angeschafft werden. „The sky ist the limit“, lachen die Lehrer selbstironisch.