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Schrottreife Fahrzeuge auf öffentlichem Grund
Grünfläche als Schrottplatz missbraucht

Dreckecke in der Heinrich-Böcking-Straße.    
Dreckecke in der Heinrich-Böcking-Straße.    FOTO: Walter Winter
Saarbrücken. SZ-Leser-Reporter entdeckte Dreckecke. Der ZKE griff ein. Das Ordnungsamt fahndet nach den Müllsündern. Von Lisa Kutteruf

Die großen Rasenflächen am Staden nutzen viele zum Picknicken, Frisbeespielen oder Ausruhen. Die kleinen Grasstücke wiederum werden von manchen Bürgern missbraucht, um Schrott loszuwerden. SZ-Leser-Reporter Walter Winter schickte der SZ Fotos von einem öffentlichen Terrain in der Heinrich-Böcking-Straße. Auf einem dieser Bilder sieht man einen weißen Motorroller auf einem Rasenstück an einer Kreuzung. Am Roller lehnen ein Drahtgitter und zwei Abtropfgestelle, wie man sie für gespültes Geschirr benutzt. Auch ein Bettgestell und ein langes Kabel verunstalten das Grünstück, berichtete Winter – und wies den Zentralen Kommunalen Entsorgungsbetrieb (ZKE) auf die Dreckecke hin.


Der ZKE startete schon vor Jahren die Kampagne „Sauber ist schöner“. Viele kennen das Dreckweg-Telefon, bei dem Bürger Unrat auf städtischem Gebiet melden können; (Tel. (0800) 8 88 56 78). Doch was passiert mit sogenannten abfallverdächtigen Fahrzeugen?

Der Roller in der Heinrich-Böcking-Straße ist kein Einzelfall. Der Kommunale Ordnungsdienst (KOD) schleppt jedes Jahr zahlreiche Fahrzeuge aus dem öffentlichen Raum ab. 2016 waren es 105, im Folgejahr 80. Das teilte die Pressestelle der Stadt auf SZ-Anfrage mit. Im laufenden Jahr habe man bereits 35 Fahrzeuge abgeschleppt.



Bürger können „abfallverdächtige“ Fahrzeuge auf der Internetseite der Stadt unter saarbruecken.de/rathaus in der Rubrik „Was erledige ich wo“ melden. Wie Pressesprecher Thomas Blug mitteilte, gibt es unter dem Stichwort „Schrottfahrzeug“ einen Vordruck zum Ausfüllen. Alternativ könnten Bürger auch den Mängelreporter der Saarbrücken App nutzen.

Die Meldung geht Blug zufolge automatisch beim Ordnungsamt ein. Dieses prüft dann, ob das Fahrzeug tatsächlich abgemeldet ist und ob Hinweise auf den Halter oder eine Umweltgefährdung vorliegen. Ist der Halter bekannt, muss er mit einem Ordnungswidrigkeitenverfahren rechnen, sagte Blug.

Wenn die Mitarbeiter des Ordnungsamts das Fahrzeug als unbedenklich einstufen, kleben sie einen roten Punkt darauf und räumen dem Halter damit eine Frist von einem Monat ein, in der er das Fahrzeug abholen kann. Tut er das nicht, wird das Fahrzeug abgeschleppt oder zur Entsorgungsfirma gebracht. 513 rote Punkte hat das Ordnungsamt im laufenden Jahr auf Fahrzeuge geklebt. Parallel dazu prüft der Innendienst des Ordnungsamtes, ob das Fahrzeug zur Fahndung ausgeschrieben ist. „Oftmals handelt es sich auch um Fälle von Diebstahl von Kraftfahrzeug-Kennzeichen“, teilte Blug mit.

Wie SZ-Leserreporter Walter Winter berichtet, ist der Schrottroller samt Ramsch mittlerweile aus der Heinrich-Böcking-Straße verschwunden. Allerdings lägen einige Granit-Begrenzungspfähle umgestürzt am Boden, sodass die Stelle – wie Winter findet – nach wie vor unordentlich aussieht, und zum weiteren Schrottabladen einlädt.

Dreckecke in Saarbrücken, Im Schroten/Heinrich-Böcking-Straße. Granit-Begrenzungspfähle liegen umgestürzt am Boden.
Dreckecke in Saarbrücken, Im Schroten/Heinrich-Böcking-Straße. Granit-Begrenzungspfähle liegen umgestürzt am Boden. FOTO: Walter Winter