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Spaziergang
Viel Pflege für grünes Idyll im Großstadt-Gewirr

Gepflegte Wege im Park hinter dem Saarbrücker Schloss. Eine grüne Oase im Großstadtdschungel nahe der Autobahn.
Gepflegte Wege im Park hinter dem Saarbrücker Schloss. Eine grüne Oase im Großstadtdschungel nahe der Autobahn.
Alt-Saarbrücken. Mit Naturdenkmälern ist nicht zu spaßen, sie wollen gehegt sein. Wie der Schlossgarten. Der Regionalverband kümmert sich darum. Von Matthias Zimmermann
Matthias Zimmermann

Zwischen Autolärm und hektischen Fußgängern liegt eine Oase der Ruhe: der Schlossgarten. Zwischen Landtag und Verwaltung des Regionalverbands in Alt-Saarbrücken gelegen, nutzen ihn viele Menschen für eine Verschnaufpause. Allein rund 7000 Touristen nutzen das Informationsbüro im Schloss. 40 Prozent von ihnen stammen nach Angaben von Lars Weber aus dem Ausland. „Es ist davon auszugehen, dass weitere Touristen das Schloss und den Schlossgarten besichtigen, ohne bei der Touristen-Information vorbeizukommen“, sagt der Pressesprecher des Regionalverbands Saarbrücken. Konkrete Zahlen, wie viele durch den kleinen Park schlendern, gebe es nicht.


Ebenso wenig dazu, was sich die Behörde den Schlossgarten pro Jahr kosten lässt. Denn es gebe Unwägbarkeiten, die nicht im regulären Haushalt zu bilanzieren seien. Wie beispielsweise Pflanzenpflege. So seien beispielsweise  Bäume gefällt worden, die älter als 200 Jahre gewesen sein sollen. Das sei nicht vorhersehbar gewesen. Weber: „Dies und die dazugehörigen Ersatzplanzungen verursachen dann auch außer­planmäßige Kosten.“

Kontinuierlich kümmerten sich Arbeiter darum, den Park zu reinigen; das geschehe täglich. Zuständig dafür ist die Aufbaugesellschaft Saarbrücker Schloss (ASS), deren Hauptgesellschafter der Regionalverband ist.



Der überlässt den Garten nicht nur Flaneuren. In zwei Bürgerfeste bezieht er ihn ein: Bal Populaire zum französischen Nationalfeiertag (14. Juli) sowie Italia in Piazza, das im Mai ansteht. Hinzu kommt die Veranstaltungsreihe Sonntags ans  Schloss, die im Sommer zu kostenlosen Konzerten lädt. Bis zu 2000 Besucher kommen dazu in den Park.

Während den meisten Saarbrückern das historische Gelände ein Begriff sein dürfte, bewirbt der Regionalverband den Garten auch in Broschüren. So ist ihm in der zwei Euro kostenden Broschüre „Das Saarbrücker Schloss“ eine Doppelseite mit historischer Karte sowie Fotos und Kurzhistorie gewidmet. In weiteren Broschüren, unter anderm auf Englisch, Französisch und Holländisch publiziert, gibt es Hinweise auf die Terrassenanlage. Vergriffen sei zurzeit eine eigene Publikation zum Schlossgarten, die 2000 erschien. Eine Neuauflage soll im nächsten Jahr kommen.

Obwohl der Garten jederzeit offen ist, keine Tore ihn zumindest in der Nacht schließen, komme es nur „zu einzelnen Fällen von Vandalismus“, sagt Weber. Davon betroffen seien dann Bänke. Seltener machten sich Sprayer dort zu schaffen. Aktuell sind Graffiti im Pavillion zu erspähen. Aber auch an Pflanzen sollen sich Rabauken schon vergriffen, sie herausgerissen haben. Doch diese Schäden seien wie die an dort aufgestellten Figuren eher selten.

Verwunschene Gänge durchziehen den Garten.
Verwunschene Gänge durchziehen den Garten.
Treppen führen von der Terrassenanlage hoch zum Schloss.
Treppen führen von der Terrassenanlage hoch zum Schloss.
Statuen wie diese Putten gehören in die Landschaft des Parks.
Statuen wie diese Putten gehören in die Landschaft des Parks.