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So kann’s gehen
Schief, schiefer, am schiefsten

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Redewendungen sind in aller Munde. Oder etwa doch nicht? Ab und zu verunglücken sie bei der Wiedergabe. Von Matthias Zimmermann
Matthias Zimmermann

Den passenden Satz zur rechten Zeit, eine Redewendung wie aus dem Wörterbuch: Darauf legt meine bessere Hälfte äußerst viel Wert. So lässt er solche Sätze allenthalben während eines Plausches einfließen. Allerdings steht er von Zeit zu Zeit auf Kriegsfuß, hapert es zuweilen an der genauen Formulierung.


Aber das stört mich nicht weiter. Schließlich lasse ich mir ja kein X für ein O vormachen, wie er mir kürzlich so treffend mitteilte. Bin ganz seiner Meinung. Mich kann niemand so schnell betuppen, weder mit einem O noch mit einem U. Sonst müsste ich dafür sorgen, dass das kriminelle Subjekt schleunigst hinter dänischen Gardinen verschwindet. Nachdem meine bessere Hälfte die Gefängnisse von Schweden etwas südlich verlagert hat.

Bis sie jedoch im Kerker sitzen, halte ich mich an den Ratschlag, wenn auch mit etwas Widerwillen: „Halt den Hals steif!“, schmetterte er mir zuletzt entgegen. Dabei hätte ich dies doch so gern mit meinen Ohren getan, um keine Genickstarre zu erleiden. Was soll’s: Ich befolge seinen Ratschlag. Obwohl es ja auch Alternativen dazu gibt, sich durchzubeißen. Wie ich mich auch entscheide: Es birgt sowohl Vor- als auch Nachteile. Oder wie mein Gegenüber zu sagen pflegt: „Das ist eben ein zweischneidiges Pferd.“ Na ob er da nicht aufs falsche gesetzt hat und lieber zum Schwert gegriffen hätte?



Aber was soll ich mich aufregen. Unter Umständen wäre das meiner Gesundheit alles andere als zuträglich. Und würde, wie er sagt, genau folgendes tun: „Das schlägt dem Fass die Krone auf!“