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Spedition will nach Ensheim
Schenker rechnet mit 600 Lkw-Fahrten

Eine Bürgerinitiative kämpft gegen die Ansiedlung eines Lkw-Umschlagplatzes in Ensheim. Sie fürchtet Lärm und Abgase, wenn die Lkw über die Heringsmühle in Fechingen (Foto) und die „Staffel“ in St. Ingbert fahren.
Eine Bürgerinitiative kämpft gegen die Ansiedlung eines Lkw-Umschlagplatzes in Ensheim. Sie fürchtet Lärm und Abgase, wenn die Lkw über die Heringsmühle in Fechingen (Foto) und die „Staffel“ in St. Ingbert fahren. FOTO: bub/fb / BeckerBredel
Saarbrücken. Laut der Spedition könnten täglich 200 Lkw über die Heringsmühle und 400 aus St. Ingbert nach Ensheim rollen. Von Markus Saeftel

Die Schenker Deutschland AG hat bekräftigt, dass sie in Saarbrücken von ihrem Standort Güdingen in ein Gewerbegebiet am Ensheimer Flughafen umziehen will. „Wir haben in einer Studie unsere aktuellen und geplanten Verkehre untersuchen lassen. Dabei wurde wegen der Anbindung an unsere Kunden ein Standort östlich von Saarbrücken/Ensheim/St. Ingbert ermittelt. Dieser Standort wäre auch aus ökologischer Sicht – Reduzierung von Kohlendioxid durch kurze Anbindungen – sinnvoll“, erklärt Schenker auf SZ-Anfrage.


Eine Bürgerinitiative kämpft gegen die Ansiedlung eines Lkw-Umschlagplatzes in Ensheim und fürchtet Lärm und Abgase, wenn die Lkw über die Heringsmühle in Fechingen und die „Staffel“ in St. Ingbert fahren (die Saarbrücker Zeitung berichtete).

Schon jetzt sei die Belastung an der Heringsmühle sehr groß. Grüne und CDU im Stadtrat unterstützen sie in ihrer Kritik.

Schenker rechnet mit 600 Lkw-Fahrten täglich: 200 höchstens über die Heringsmühle und 400 aus St. Ingbert kommend, teilt das Unternehmen mit. Schenker argumentiert für die Fahrten über die Heringsmühle mit einer Zeitersparnis und einer kürzeren Strecke, was wiederum die Kohlendioxid-Belastung minimiere.

„Hierbei ist zu beachten, dass es sich bei den genannten Lkw-Zahlen um Doppelbewegungen, also ein- und ausgehende Lkw, handelt“, betont Schenker.



Hat das Unternehmen Verständnis für die Sorgen der Bürger? Schenker: „Wir nehmen das sehr ernst. Das ist auch der Grund, warum wir auf unsere Kosten entsprechende Gutachten in Auftrag gegeben haben, etwa für Lärm an eine der führenden Hochschulen für Umwelt, den Umwelt-Campus in Birkenfeld.“ Das Saarbrücker Messegelände ist für Schenker keine Alternative zu Ensheim.

Eine Verlagerung des gesamten Standortes dorthin sei nicht möglich, unter anderem wegen der Hallen und weil das Gelände nicht mehr erweitert werden könne. Schenker prüfe auch weitere Standorte in der Region Saar-Lor-Lux.

Derzeit hat Schenker in Saarbrücken 444 Mitarbeiter, davon ein Drittel im kaufmännischen Bereich. Langfristig rechne das Unternehmen mit 600 Beschäftigten.

„Zudem beschäftigen wir bereits heute rund 200 Mitarbeiter aus der Region, die über Subunternehmer, mehrheitlich als Lkw-Fahrer, bei uns dauerhaft arbeiten“, erklärt die Spedition.